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gegen ſeinen Kaiſer und Herrn ſo außer Augen ſetzen ſollte? Wartet, Freund Budowecz! Es iſt noch nicht aller Tage Abend worden! Dafür hoffe ich Euch noch einen Proceß zu machen, in dem Euch Eure geſammte Rechtswiſſenſchaft nicht viel Hülfe bringen wird!“
„Was hätteſt du auch auf den ſür Vertrauen ſetzen können“, bemerkte die Kaiſerin;„ein gottesläſterlicher Cal⸗ viniſt!“
„Der Ulrich Kinski, der Brauſekopf“, fuhr Mathias wieder auf,„hat zuerſt Hand gelegt an den Martiniz. Nur Geduld, Herr Rittmeiſter Kinski, dafür wird das Kriegsgericht Rückſprache mit Euch nehmen!“
„Sind denn alle Bande der Ordnung, der Treue, des Gehorſams gelöſt?“ rief Anna aus und Thränen unterbrachen faſt ihre Stimme.
„Die Lobkowitze— auch die unter den Aufrührern!“ rief Mathias erbittert.„Höre nur, was der Colloredo ſchreibt:«Es ſcheint, daß allen den Lobkowitzen nicht recht zu trauen iſt, wiewol ſie ganz verſchiedene Rollen geſpielt haben. Der Obriſtkanzler...)— Du weißt,
er iſt ſelbſt Statthalter“, unterbrach ſich der Kaiſer beim Leſen des Briefs—„ader Obriſtkanzler hatte ſich, ſo⸗
wie die meiſten ſeiner andern Collegen, nicht zur Sitzung eingefunden. Er war verreiſt, ſagen ſie; doch es iſt mir wahrſcheinlicher, daß er in ſeinem Hauſe verſteckt geweſen iſt. Er hat nur mit der ganzen Sache, von der er offenbar undor unterrichtet war, nichts zu thun haben wollen.)“
„So hat er nicht Muth genug gehabt, ſeine Pflicht zu erfüllen und die Rechte ſeines Kaiſers zu vertreten“, ſagte die Kaiſerin entrüſtet.
Rellſtab, Drei Jahre. 2. Aufl. I. 2. 2


