Teil eines Werkes 
1. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Neſtle mir das Wams nicht ſo eng zu; ſchnalle es hinten weiter, gebot der Kaiſer dem Kämmerer, der ihm eben die Haken und Oeſen über der Bruſt zuſammenfügen wollte. Dann las er weiter aus der Depeſche vor:Der Großprior des Malteſerordens, Diepold von Lobkowitz, war in der Sitzung. Allein er ſchlug ſich zu den Rebellen, we⸗ nigſtens war er ſehr fügſam. Sie haben deshalb auch ſein wohl geſchont; es iſt ihm kein Haar gekrümmt worden. Und der Herr Geheimſchreiber meinte, rief der Kaiſer un⸗ willig aus,er und Sternberg möchten es wol mit dem Leben gebüßt haben! Es hat aber diesmal, ſo ſcheint es, nicht geheißen: Mitgefangen, mitgehangen!Der alte Mann), lautete es weiter in der Depeſche,«hatte wol die Faſſung verloren, er iſt zu ſchwach geweſen, um muthig gegen die Empörer aufzutreten. Wären die Statthalter alle eines Sinnes, und hauptſächlich, wären ſie alle zugegen geweſen, die Sache würde ſchwerlich ſo weit gekommen ſein. Der Dritte von der Familie aber, Wilhelm Popell von Lobkowitz, ſtand leider geradezu auf Seiten der Empörer, wiewol er ſich nicht thätlich benommen hat. So ſieht mir die ganze Sache wie abgekartet aus! Sie haben es mit Keinem verderben wollen, damit ſie, je nachdem der Streich ausfiel, überall ihren Platz fänden. Siehſt du, Anna, ereiferte ſich der Kaiſer,das ſind gerad' die Leute, auf die ich am ergrimmteſten bin. Sie ſind Verräther und wollen doch nicht ſchwarz ausſehen! So weiß man den Teufel, wie man mit ihnen daran iſt. Sie verkaufen uns und ver⸗ langen zuletzt noch Dank! Alſo Herr Wilhelm Popell von Lobkowitz hat ſich die Pfötchen nicht verbrennen wollen und naſchte doch die warmen Kaſtanien! Das ſoll ihm nicht zu gut bekommen! Wartet nur, Herr Popell von Lobkowitz, Ihr meint, Ihr ſeid mit Eurem Geſchlecht wie ein Phönix