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Der Kämmerer beſtätigte es und ſetzte hinzu:„Mir ſcheint, er hat eine Depeſchentaſche über der Schulter hängen.“
„Hm! So könnte er wol Nachrichten bringen“, meinte Mathias.„Geh', Balthaſar; wenn der Reiter hier in die Burg kommt, ſo ſoll er gleich hier herauf, daß mir die Briefe, die er etwa hat, auf der Stelle übergeben werden. Nicht erſt in die Kanzlei hinauf.“
Der Kämmerer ging. Der Kaiſer hatte die Luſt zum Frühſtücken verloren, wie freundlich Anna ihn auch dazu einlud. Er nahm einige Biſſen, doch ſein Auge blieb un⸗ ruhig auf die Thür geheftet, in der Erwartung der De⸗ peſchen.„Das iſt Hufſchlag im Hofe!“ rief er lebhaft. Einige Minuten ſpäter brachte ihm der Kämmerer eine ver⸗ ſchloſſene Taſche mit Briefſchaften. Mathias öffnete haſtig. „Wo iſt der Reiter?“ fragte er;„von wo kommt er?“
„Nur von Hollabrunn“, antwortete Balthaſar;„die Briefſchaften ſind nach Mitternacht von Znaym dorthin ge⸗ kommen.“
„So kann er nichts Beſonderes berichten“, warf der Kaiſer hin, indem er die Packete eilig öffnete,„wol aber die Briefe. Richtig!“ rief er,„lauter Nachrichten aus Böhmen und Mähren, von vielen Seiten her! Aus Prag ſelbſt nichts! Doch von Deutſchbrot, von Kollin, von Iglau, von Budweis ſogar! Das iſt die Depeſche aus Znaym, von Colloredo!“ Er durchflog ſie haſtig.„Alles wie der Geheimſchreiber erzählt hat,— ganz Prag, ganz Böhmen in Alarm, der Thurn, der Colon von Fels, der
Andreas Schlick, der Jeſſenius, der gelehrte Doctor medicinae,
der Rector des Carolinums, an der Spitze!“ „Alſo nichts übertrieben?“ fragte die Kaiſerin mit be⸗ ſorglicher Miene.


