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„Gott hat es gefügt, Anna, und hat's vorausgeſchaut“, rief Mathias feierlich, und ſein Antlitz wurde bleich und ſeine Lippen bebten.„Ich bin ſchnell gealtert ſeitdem! Damals noch voller Kraft und Feuer, jetzt ſiech, hinfällig, und der Muth ſinkt mir! Und bin doch nicht ſo alt— ſieben Jahre ſind doch kein Jahrhundert!“
„Ziehe dir's nicht ſo zu Gemüth, was Rudolf damals im erſten Zorn geſprochen und gethan; er hat es nachher in ſeinem Herzen bereut und zurückgenommen. In ſeiner Sterbeſtunde wird er weder dir, noch ſeiner Stadt Prag und ſeinem Lande Böhmen geflucht und Unheil gewünſcht haben, ſondern er iſt chriſtlich eingeſchlafen mit Verſöhnung und Vergebung im Herzen. Daß du jetzt eben leideſt, ſtimmt dich ſo zu Trübſal!“
So ſuchte die liebende Gattin die aufwogenden Stürme
des Gewiſſens in der Bruſt des Kaiſers zu beſchwichtigen. „Du wirſt wieder geneſen“, ſetzte ſie hinzu, da er finſter ſchwieg. Der Kaiſer antwortete nicht, aber indem die Kaiſerin ſich abwendete, da eben der Kämmerer Balthaſar mit dem Frühſtück eintrat, ſprach er ſtill vor ſich hin:„Wie das Garn, ſo der Faden,— wie man ſich bettet, ſo ruht man!“.
Der Kämmerer ſetzte den Tiſch mit dem Frühſtück vor den Kaiſer ans Fenſter. Dieſer warf einen Blick hinaus. Außer der weiten ſchönen Umgegend, bis zur Donau hin, und den erſten Bergen, die an derſelben aufſtiegen, überſah man auch einen Theil der Wälle, Gräben und Zugbrücken.
„Der reitet ja über die Brucken, als wolle er ſeinen Gaul mit Gewalt todtjagen“, ſagte der Kaiſer verwun⸗ dert;„iſt das nicht ein Küraſſier von St.⸗Hilaire's Regi⸗ ment?“


