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„Ja doch! Daß auch du mir davon reden willſt!“ fuhr Mathias auf.„Du weißt doch wol, wie es mit den Geſchenken ſtand, und was wir Beide im Herzen dabei empfanden, vollends der Bruder, der mir Platz machen mußte auf dem böhmiſchen Königsthron! Als wir zu Prag beim Krönungsmahl an der Tafel ſaßen und die Trompeten und Zinken erſchallten und die Becher klangen, da ſchallte es bis in die Gemächer hinauf, wo der entthronte Rudolf in ſeinem Groll einſam ſaß! Und damals fluchte er mir und dem undankbaren Prag und wünſchte die Vergel⸗ tung auf die treuloſe Stadt herab!*) Sieben Jahre ſind nun verfloſſen...“
„Du ſiehſt das zu ſchwarz an, Mathias“, unterbrach ihn die Kaiſerin und ſuchte durch den Ton ihrer Stimme den Worten noch mehr mildernde, ableitende Kraft zu geben; „er hatte mit den Böhmen längſt im Hader gelegen. Ich weiß auch nur, daß er über ſie und ihre Stadt ſeine Ver⸗ wünſchungen ausſprach.“
„Nein, nein, Anna, es iſt mir hinterbracht worden“, ſeufzte der Kaiſer,„und nicht von Einem allein! Er hat grauenvolle Verwünſchungen ausgeſtoßen über Stadt und Land, und über ſeinen Bruder, über mich.— Damals achtete ich's gering— nun drückt mich's aufs Herz! Es iſt der ſiebente Jahrestag geweſen, ſeitdem! Sieben Jahre! Sieben iſt eine böſe Zahl!— Mir däucht, ich ſehe Rudolf vor mir, wie er Thränen des Ingrimms vergoß und die geballte Fauſt erhob... Am 23. Mai— und grad' an dem Tage mußte es zum Ausbruch kommen!“
„Das Zuſammentreffen iſt ein Zufall...“
*) Hiſtoriſch.


