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Dreiundzwanzigſtes Capitel.
„Grüß dich Gott, Anna!“ rief Mathias ſeiner Gemahlin entgegen, als ſich die Thür öffnete und ſie zu ihm ins Zim⸗ mer trat.„Es freut mich, daß du mir halt ſo früh ſchon den guten Morgen bieteſt. Komm her, ſetz dich zu mir; wir wollen Eins ſchwatzen! Geh nur naus, Balthaſar, beſorg' das Frühſtück!“
Mit der Kaiſerin, die er überaus liebte, überließ Mathias ſich ganz der zwangloſeſten Art des Verkehrs, und ſprach auch faſt immer nur in der öſterreichiſchen Volksmundart.
Der Kämmerer ging; die Kaiſerin begrüßte ihren kran⸗ ken Gemahl mit einem herzlichen Kuß und ſetzte ſich an ſeine Seite.„Ich höre ja, daß man dich ſchon ſo früh ge⸗ ſtört hat; der Ferdinand begegnete mir ganz wild und wüſt“, begann ſie.„Was gibt's denn?“
Mathias erzählte was vorgegangen war. Die Kaiſerin wurde immer ernſter und ernſter.
„Das ſind doch ſchlimme Nachrichten“, begann ſie, nach⸗ dem der Kaiſer geendet hatte;„ich beſorge, das gibt Unheil auf lange Zeit!“
„Ich beſorg' es auch“, ſprach der Kaiſer ernſt und mit ſichtlicher innerer Bewegung;„vor dem Neffen darf ich's freilich nicht ſo merken laſſen! Ich beſorg' es aus mehr als einem Grunde!“
Er blickte ſtarr vor ſich hin; ſein Puls ſchlug un⸗ ruhiger.
„Was haſt du, Mathias?“ fragte die Kaiſerin und be⸗ trachtete ihn mit forſchender Sorge.


