Teil eines Werkes 
1. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Den 30., Ew. kaiſerliche Majeſtät, antwortete der Kämmerer, auf den ſich des Kaiſers fragende Blicke ge⸗ richtet hatten.

Alſo der ſiebente Tag? Da könnten meldende Boten ſchon geſtern hier geweſen ſein! Aber die Rebellen werden ſich wol gehütet haben, Meldung zu ſenden, und den

Andern wird's ſchwer fallen! Die Stadt wird wol ab⸗ geſperrt ſein! Nun, vielleicht treffen noch Depeſchen ein bis Anfang des Conſeils!

Der zweite Kämmerer trat ein und meldete, daß ein Page der Kaiſerin im Vorzimmer ſei. Ihre Majeſtät hätten vernommen, daß der Kaiſer ſchon ſo überaus früh das Lager verlaſſen und Beſuch empfangen habe. Sie beſorg⸗ ten daher, es ſei etwas Uebles vorgefallen, das Sr. Ma⸗ jeſtät Nachtruhe geſtört habe, und ließen anfragen, ob ſie ſchon zu ſo früher Tageszeit einen Beſuch abſtatten könnten. Der Kaiſer empfing die Botſchaft mit ſichtlicher Befriedi⸗ gung und ließ zurückſagen, der Beſuch ſeiner Gemahlin werde ihm höchſt willkommen ſein. Der Erzherzog, der ſich nicht zum beſten mit der Kaiſerin ſtand, und der jetzt große Thätigkeit in ſeinem Sinne für dringend noth⸗ wendig hielt, benutzte den Augenblick ſich zu empfehlen. Guten Morgen, Nand!, nickte der Kaiſer, durch das Kommen der Kaiſerin wieder heiterer geſtimmt, ihm in ſeiner gutmüthigen Weiſe zu;wir ſehen uns beim Conſeil wieder! Ferdinand verbeugte ſich und ging mit den Worten:Ich werde pünktlich dort ſein, theurer Oheim!