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„Ew. Majeſtät werden allerdings erſt nähere Nachrichten abzuwarten haben, wie weit ſich der Aufſtand verbreitet hat und ob die Rebellen nicht vielleicht von ihren eigenen Landsleuten unterdrückt werden!“
„Was unterdrücken, was, eigene Landsleute“, unter⸗ brach der Kaiſer gereizt;„da ſieht man, wie du die Dinge kennſt! Zwei Drittheile in Böhmen und darüber ſind Utra⸗ quiſten, Proteſtanten und Calviniſten! Haſt du vergeſſen, was es für Mühe koſtete, deine Wahl zur Nachfolge in die Krone durchzuſetzen? Hätten wir damals nicht ſo klug lavirt und abgewartet, bis die Proteſtanten den Landtag meiſt verlaſſen hatten, du würdeſt erfahren haben, wie überwiegend ihre Stimmen ſind. Es wäre noch ein ſchöner freier Platz auf deiner Stirn für die böhmiſche Krone! Der Thurn hat ja ſchon damals offen gegen die Wahl proteſtirt!“
„Er iſt der ſtete Unruhſtifter! Und wenn Slawata dem Rathe gefolgt wäre, den wir ihm längſt ertheilt hatten....“
„Wir? Wer ſind dieſe wir? Und was für einen Rath haben ſie ertheilt?“ ſiel der Kaiſer dem Neffen mit fun⸗ kelndem Blicke in die Rede.
„Ich will ds Ew. Majeſtät nicht verhehlen“, erwiderte Ferdinand mit äußerlich beſcheidener Haltung, aber mit ſchar⸗ fer Entſchiedenheit,„daß ich ſchon längſt der Anſicht war, der Uebermuth der Ketzer wachſe nur durch die Milde und Nachgiebigkeit, die man ihnen gezeigt. Es würde leicht geweſen ſein, die Rädelsführer, wie Thurn, Fels, Kinski, Budowecz zu irgend einer Unvorſichtigkeit zu verleiten; und dann hätte man ſich ihrer auf der Stelle bemächtigen müſſen. Das war der Rath, den ich Martiniz und Slawata geben ließ, und in dem wir Alle übereinſtimmten!“
„Wir Alle? Das heißt Pater Lamormain und deine


