Teil eines Werkes 
1. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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durch die Nachgiebigkeit iſt der Trotz und Uebermuth der Ketzer ſo gewachſen. Ich habe in Steiermark mein Recht mit der Macht durchgeſetzt, und jetzt haben wir Ruhe und Frieden und die heilige Kirche iſt in voller Kraft und Ehren!

Ja, wie lange es dauert, antwortete Mathias.Und was haſt du gethan? Tauſende von armen Leuten von Haus und Hof gejagt, weil ſie nicht aufs Haar ſo glauben, wie du es in Ingolſtadt im Jeſuiterſtift gelernt haſt! Es

wird dir, wenn du dermaleinſt ſo alt und krank biſt wie

ich, auch kein weiches Ruhekiſſen für dein greiſes Haupt ſein, wenn du bedenkſt, wie viele Tauſende dich in ihrem Herzen verfluchen und Jammer und Wehe über dich rufen!

Theuerſter Oheim, rief der Erzherzog aus und er⸗ hob ſtaunend die Hände,wie aber, wenn die heilige Kirche mich verfluchte! Konnte ich wider Pflicht und Gewiſſen handeln und ſie zu Grunde gehen laſſen, um für der Ketzer zeitliches Gut und Wohl zu ſorgen? Auch zu ihrem eige⸗ nen Beſten habe ich gehandelt, denn Tauſende habe ich auch in den Schoos der alleinſeligmachenden, Gottes ewiges Reich aufſchließenden Kirche zurückgeführt.

Ja, mit der Geißel auf dem blutigen Rücken oder mit dem Hungertuch, das du ihnen zu nagen gegeben! rief der Kaiſer und wollte haſtig aufſtehen. Allein das Podagra und die Schmerzen im Rückgrath erinnerten ihn, daß ſo jugendliche Bewegungen nicht für ſein Alter und ſeine Krankheit paßten. Er verzog das Geſicht vor Schmerz und Aerger und ſetzte ſich wieder nieder mit einem unver⸗ ſtändlichen Murmeln, wovon der Erzherzog nur die letzten, heftig ausgeſtoßenen Worte hörte:Wenn man alt wird!

Er fing an zu beſorgen, daß er zu weit gegangen war, daß dieſes Dringen in den Kaiſer ihn vielleicht gerade zum Gegentheil beſtimmen könnte, und verſuchte daher einzulenken.

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