Teil eines Werkes 
1. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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mit unſerer heiligen Kirche kommen, wenn Jeder, dem es nur einfiele, Kirchen der Abgötterei aufrichten könnte?

Der Kaiſer gab ſchon Zeichen der Ungeduld, doch unter⸗ brach er den Erzherzog nicht, deſſen Eifer für den Glau⸗ ben ſich durch ſeine eigenen Worte immer höher entflammte.

Es war ſchon genug, ſchon zu viel, fuhr er im feu⸗ rigen Redeſtrom fort,daß die Stände und Städte Kirchen bauen konnten nach ihrem Gutdünken, und nun vollends jeder einzelne Bürger nach ſeiner Willkür! Steht wirklich etwas der Art im Majeſtätsbriefe, was ich nicht einräumen kann, ſo ſteht es unwillkürlich, zufällig, misbräuchlich darin, und darf nicht länger geduldet werden. Sollen wir zu⸗ ſehen, wie der ganze erhabene Bau unſerer heiligen Kirche unterhöhlt wird, weil ein unklarer Buchſtabe zufällig oder böswillig geſchrieben iſt? Bedenken Ew. Majeſtät nur, welche ſchwere Schuld wir auf unſer Gewiſſen laden wür⸗ den durch ſolche Nachgiebigkeit und Duldung! Ich be⸗ ſchwöre Ew. Majeſtät!...

Laß es nun endlich genug ſein, Neffe, unterbrach ihn jetzt Mathias höchlichſt ungeduldig.Ich weiß wohl, wo du hinaus willſt! Wir haben aber an mehr zu denken als an Böhmen allein! In Oeſterreich und Ungarn haben wir eben ſo viel Proteſtanten und ſie hängen eng unter⸗ einander zuſammen. Von Schleſien, Mähren und der Lauſitz kann ich geradehin annehmen, daß ſie Eins mit Böhmen ſind! Wenn wir Gewalt brauchen, haben wir es mit allen unſern Erblanden gleichzeitig zu thun. In die⸗ ſen Glaubensſachen bringt die Gewalt uns nicht vorwärts; es iſt nur immer ärger danach geworden.

Vergebt mir, Oheim, erwiderte der Erzherzog mit ſteigendem Eifer,allein was dieſen Punkt anlangt, ſo glaube ich Ew. Majeſtät das Gegentheil beweiſen zu können. Nur