„Ihr möchtet ſo gern aus jeder Mücke einen Elefanten machen, Neffe“, unterbrach ihn der Kaiſer verdrießlich, daß er in ſeinem Innern dem Erzherzog Recht geben mußte. „Das Unheil iſt ja zum Glück noch nicht ſo groß geworden, da Keiner den Hals gebrochen hat bei dem Sprunge!“
„O, mein kaiſerlicher Oheim, laſſen Sie uns dies ſicht⸗ liche Zeichen der Gnade des Himmels und ſeines Schutzes für unſere heilige Sache nicht gering achten! Dieſe Mär⸗ tyrer der Pflicht ſind gerettet worden, wie der Herr den Daniel in der Löwengrube errettete. Gerade das macht mir den Vorfall ſo unermeßlich ernſt und wichtig! Wo uns ſolche göttliche Zeichen werden, wie ſollten wir da an⸗ ſtehen, freudig, muthig und eifrig nach dem Willen des Allmächtigen zu handeln?“
„O, ich verſtehe Euch! Ich ſoll nur tanzen wie Ihr geigt“, entgegnete Mathias übellaunig,„aber ich glaube, ich habe ſchon zu viel nach Eurer Melodie gepfiffen! Waret Ihr es nicht, der mir immer im Ohre gelegen, ich ſolle den Ketzern den Kirchenbau verweigern? Hätten wir dort nachgegeben, wo ſie nicht ſo ganz im Unrecht waren, ſo wäre dieſe Gewaltthat nicht geſchehen!“
„Oheim!“ rief der Erzherzog, der anfing ſehr auf⸗ geregt zu werden,„was muß ich von Eurem Munde hören! Ew. Majeſtät, ſtets ein ſo weiſer, entſchloſſener Mann“, lenkte er in den Ton der Ehrerbietung wieder ein,„könn⸗ ten es bereuen, hier mit Kraft und Nachdruck gehandelt zu haben? Meinen Ew. Majeſtät wol, die Ketzer wären bei dieſer Forderung ſtehen geblieben? Das war ja nur der Anfang, der Probirſtein! Sie wollten ſehen, was ſie in den unheilvollen Majeſtätsbrief, den ſich der in Gott ſelige Oheim Rudolf hatte abtrotzen laſſen, hineindeuten könnten!
Glückte das, dann forderten ſie mehr! Wohin ſollte es


