Teil eines Werkes 
1. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Euch künftig Herr von Hohenfall nennen; will Euch das Adelspatent darüber ausfertigen laſſen!*)

Fabricius ſtaunte den Kaiſer an.Meine geringen Verdienſte, begann er ſtotternd.

Laßt's gut ſein! unterbrach ihn Mathias,ich weiß wohl, daß es nicht Euer Verdienſt iſt, unzerbrochene Glieder behalten zu haben, es iſt aber Mancher in meinem Lande vom Adel, der nicht ſo hohe Verdienſte hat als Euer Fall! Er winkte Fabricius zu ſchweigen und zu gehen, dieſer zog ſich mit endloſen Verbeugungen rücklings aus dem Gemach.

Darf ich das Ohr meines gnädigſten kaiſerlichen Oheims noch einige Augenblicke in Anſpruch nehmen, fragte der zurückbleibende Erzherzog Ferdinand ſich tief verbeugend.

Setze dich, winkte ihm der Kaiſer, der, nach Ent⸗ fernung aller Zeugen, den traulichen Familienton gegen ſei⸗ nen Neffen annahm, aber dennoch einigen Unmuth durch⸗ blicken ließ, weil er ahnte, welcher Art das Geſpräch ſein werde, das der Erzherzog anknüpfen wollte. Denn Beide waren im Grunde ſelten einer Meinung; allein der Erz⸗ herzog hatte ſich durch ſeine jugendliche Kraft, ſeinen Muth, ſeine Einſicht einer Herrſchaft über den Kaiſer zu bemächti⸗ gen gewußt, der dieſer ſich häufig, wiewol ſtets mit Wider⸗ willen beugte.

Ich beſorge, Ew. kaiſerliche Majeſtät, begann der Erzherzog, da ſie allein waren,wir ſtehen an dem An⸗ fangspunkte der unglückſeligſten Ereigniſſe. Die Verwegen⸗ heit dieſer ketzeriſchen Parteien iſt auf das höchſte geſtiegen.

Allem Frieden, aller Ordnung, dem heiligen Glauben ſelbſt

droht der Untergang, wenn dieſem frevelhaften Beginnen nicht Schranken geſetzt werden!

*) Hiſtoriſch.