———
—— 2
—
11
einer Weiſe, die ſtark wie Hohn und Vorwurf klang,„wer weiß, ob nicht gerade das Gegentheil der Fall iſt? Im Grunde genommen war die erſte Beſchwerde der Leute über den Abt von Braunau und den Erzbiſchof von Prag doch nicht ſo ganz ohne Halt und Schick! Und hätten wir den Thurn nicht zum Karlsſtein hinausgeworfen, ſo wäre vielleicht der Martiniz nicht zum Fenſter hinausgeworfen worden!“
„Daß Thurn's ungezügelte Rachſucht hier hauptſächlich im Spiele iſt, will ich nicht leugnen, Ew. Majeſtät“, ent⸗ gegnete der Erzherzog ſich verbeugend.„Aber jetzt wird man....
„Die Sache muß“, unterbrach ihn der Kaiſer heftig, „mit meinen Räthen beſchloſſen werden; auch müſſen wir erſt genauere Nachricht haben. Der Mann dort“(er zeigte auf Fabricius)„ſoll auf der Stelle ſchriftlich aufſetzen, was er von dem ganzen Hergang weiß. Balthaſar“, rief er dem Kämmerer, der in ehrerbietiger Ferne ſtand und die Kunde ſtaunend vernommen hatte, zu,„trage Sorge, daß hier dem Herrn Geheimſchreiber ein Zimmer im Schloſſe angewieſen, und daß er mit Allem verſehen werde, deſſen er bedarf. Dann wecke ſogleich den Kanzleiſecretär; er ſoll auf der Stelle ſchriftlich den Cardinal Cleſel, alle Mini⸗ ſter und Räthe zur Verſammlung hierher beſcheiden.“
Balthaſar ging; Fabricius folgte ihm.
„Hört noch einmal, Ihr da, Herr Geheimſchreiber“, rief der Kaiſer ihm nach,„wie war Euer Name?“
„Philipp Fabricius Platter, Ew. Majeſtät zu dienen“, erwiderte der Gefragte ſich verbeugend.
„Will Euch halt einen Balſam auf Euer zerſchlagenes corpus ſtreichen“, ſagte der Kaiſer halb ſcherzend, halb gutmüthig.„Ihr ſeid hoch hinuntergefallen, Ihr könnt


