Teil eines Werkes 
1. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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ſind mit Bewaffneten ins Schloß gedrungen, wo die Statthalter zu Rath ſaßen, und haben ſie unter wüthender Anklage, Schimpf und Hohn aus dem Fenſter des Saales hinuntergeſtürzt in den Schloßgraben! Solche Früchte hat die Nachgiebigkeit gegen die Glaubensfeinde getragen!

Der Kaiſer rollte das Auge; ein Anflug von Zorn röthete ſein Angeſicht; die heftige Wallung raubte ihm, ſo ſchien es, die Sprache.

Dieſer Mann, berichtete der Erzherzog weiter, und zeigte auf Fabricius, welcher demuthvoll im Hintergrunde ſtand, jetzt aber einen Schritt vortrat,dieſer Mann iſt heute Nacht mit der Kunde hier eingetroffen. Er ſelbſt ge⸗ hört zu den Gemishandelten; nur durch ein Wunder, durch welches die Gnade des allmächtigen Gottes ſelbſt Zeugniß

gibt für die Gerechtigkeit und Heiligkeit unſerer Sache, iſt

er am Leben geblieben!

Man hat Euch auch zum Fenſter hinausgeſtürzt? fragte der Kaiſer haſtig.

Die Wüthenden, begann Fabricius, und ſein hohles Auge rollte finſter,fielen über uns her und ſtürzten zuerſt Se. freiherrliche Gnaden, den Herrn Burggrafen von Karls⸗ ſtein 4

Den Martiniz? fragte der Kaiſer erſchreckend.

Und dann den Herrn Präſidenten von Slawata, und endlich mich ſelbſt hinab, fuhr Fabricius fort.Gottes heilige Engel haben uns beſchützt. Achtzig Fuß hoch hinab⸗ geſchleudert, ſind wir doch, wenn auch ſchwer zerſchlagen und erſchüttert, mit dem Leben davongekommen!

Und Sternberg, und die Lobkowitze und die Andern? fragte der Kaiſer im höchſten Maße aufgeregt.

Nur der Graf Adam von Sternberg und der Groß⸗

prior, Herr Diepold von Lobkowitz, waren noch zugegen;