ſchellte ſeinem Kämmerer. Dieſer, der im Nebenzimmer gewacht hatte, trat ein.
„Was iſt die Uhr, Balthaſar?“ fragte der Kaiſer.
„Die Glocke auf der St.⸗Michaelskirche hat nicht längſt vier Uhr geſchlagen, Majeſtät“, lautete die Antwort des Kämmerers.
„Noch ſo früh!“ ſprach der Kaiſer halb ſeufzend.„Dieſe Nacht hat mich wieder eine Ewigkeit gedünkt! Wie wird es erſt mit den Winternächten werden!“
„Wenn Ew. kaiſerliche Majeſtät nur geſtatten wollten, daß ich im Schlafgemach wachte; ich könnte Ew. Majeſtät vielleicht manche Stunde verkürzen!“
„Ich mag einmal Nachts ſo nahe um mich Niemand haben! Was könnt ihr Alle mir helfen!“ ſagte er unmuthig.
„Haben Ew. kaiſerliche Majeſtät wiederum Schmerzen gehabt?“ fragte der Kämmerer mit dem Tone der Theil⸗ nahme.
„Du weißt ja, daß ich nie ohne Schmerzen bin“, ant⸗ wortete Mathias verdrießlich.„Ihr vergeßt jeden Augen⸗ blick, was ich leide und dulde, es mag euch freilich wenig kümmern! Der Alte wird's nicht mehr lange treiben, denkſt du und deinesgleichen, und euer Blick ſucht ſchon meinen Nachfolger!“
„Verhüte das der barmherzige Gott“, antwortete der Kämmerer;„möge er Ew. Majeſtät Tage noch lange be⸗ hüten!“—
„So betet ihr getroſt“, fiel ihm Mathias mit Heftig⸗ keit in die Rede,„weil ihr meint, daß das Gebet doch nicht erhört wird!“
Der Kämmerer ſchwieg.
„Es iſt noch zu früh, als daß die Kaiſerin vom Lager aufgeſtanden ſein könnte!“ begann Mathias nach einigen


