Bruch dieſer Zuſagen, haben wir erſt gar keine, und dann jüngſthin einen Beſcheid erhalten, welcher unſer Verſahren geſetz⸗ widrig und gegen Se. Majeſtät den Raiſer gerichtel nennt, wäh⸗ rend das Verſahren der katholiſchen Prälaten in Braunau und RKloſtergrab wohlgeheißen wird und man uns mit Straſen bedroht!
„Alſo iſt entſchieden worden und hat man uns verurtheilt ohne Rechtsgang und unparteiiſches Gehör! Im Widerſpruch mit Wort und Zinn des Majeſtätsbrieſes!“
Es entſtand unwilliges Gemurmel der Beiſtimmung in der Verſammlung. Thurn winkte Ruhe, Frühwein er⸗ hob die Stimme noch mehr:
„Es ſteht geſchrieben:«Jeder Uebertreter des Majeſtäls⸗ brieſes ſoll als Zerſtörer des gemeinen Weſens ergriffen werden; es ſoll kein Beſehl ausgehen noch angenommen werden wider den Brieſ.) Slawata und Martiniz aber haben jenen Be⸗ ſcheid geſchmiedet, Recht und Frieden zerſtört, Unſchuldige ver⸗ keumdet, ihr Amt gemisbraucht, ihre Pflichten gebrochen. Des⸗ halb richtete ſich unſer Jorn wider ſie, und wir mußten zur Gewaltthat ſchreiten, weil ſie ſelbſt uns den Weg des Rechts verſperrt haben. So ſind ſie nach altem böhmiſchen Brauch wider ungerechte, beſtochene Richter aus dem Rathzimmer zum Fenſter hinausgeworfen worden; alſo auch iſt geſchehen der ungerechten Rönigin Jeſebel und alſo ſtürzten die alten Römer Verräther von dem Carpejiſchen Fels hinab. Das thaten auch wir! Unſer Zorn traf nur die Verbrecher,! Nicht iſt er gerichtet gegen unſere katholiſchen Mitbrüder, nicht brechen wir Treue, Gehorſam und Ehrſurcht gegen die erhabene


