Teil eines Werkes 
1. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Das Manifeſt ſchloß folgendermaßen:

Uns iſt demnach in pielen Slücken, vorzüglich aber in Glaubensſachen ſchweres Unrecht geſchehen, unerträgliche Drang⸗ ſal widerſahren. Wir wollen in Treue und Gehorſam der kai⸗ ſerlichen Majeſtät, die zugleich unſer erwähltes Rönigshaupt iſt, anhangen, allein wir hoſſen und vertrauen, und müſſen

Bürgſchaſt dafür erhallen, daß, was die Geſetze ſeſtſtellen,

uns treu und feſt innegehalten werde. Die Proteſtanten dürfen nach dem Majeſtätsbrieſe Sr. kaiſerlichen, in Gott verewigten Majeſtät, Rudolphus des Zweiten, der uns von des Raiſers und erwählten böhmiſchen Rönigs Mathias Majeſtät beſtätigt iſt, ihre Religion an allen Orten frei üben. Rönigliche Be⸗ ſehle aber hierin nichts ändern. Auch darf Niemand mit Ge⸗ walt von ſeinem Glauben ab zu einem andern gezwungen werden. Endlich lautet der Majeſtätsbrief für die Provinz Schleſien vom 20. Auguſti des Jahres Eintauſend ſechshundert und neun, den dieſelbe erſt auf Grund des unſrigen erhalten hat, folgendergeſtalt:«Alle und jede Einwohner des Landes, ſie ſeien unter geiſtlichen oder weltlichen Fürſten, Herren, Commendatoren oder kaiſerlichen Fürſtenthümern angeſeſſen, auf dem Lande, Städten und Dörfern ſollen freien Gottes⸗ dienſt haben.» Hier alſo iſt noch klarer ausgeſprochen, was wir als den wahren Sinn des böhmiſchen Majeſtälsbrieſes ver⸗ langen; und gewißlich haben den Schleſiern, die erſt auf Grund unſers Majeſtätsbriefes den ihrigen erworben, nicht größere Rechte eingeräumt werden ſollen als uns. Nur für ſolche ge⸗ ſetzliche Rechte, dies bilten wir Ew. Königlichen und kaiſer⸗ lichen Majeſtät gnädigſt zu bedenſten, haben wir ſo ungemein hohe Steuern bewilligt. Auf alle Beſchwerden aber, über den