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kaaiſerliche Majeſtät. Was wir gethan und thun, geſchah nicht und ſoll nicht geſchehen zu Rrieg und Angriff, ſondern nur zur Wahrung des Friedens und unſers urkundlichen Rechts. Dafüͤr wollen wir einſtehen mit Gut, Blut und Leben. 50 wahr uns Gott helſe, der Allbarmherzige, der Allgerechte!”“
Bei dieſen letzten Worten erhob der Vorleſer Martin Frühwein das Manifeſt hoch in der Rechten, als wolle er die Hand zum betheuernden Schwur ausſtrecken, und legte es dann auf die Tafel nieder.
Alle hatten aufgehorcht in gefeſſeltem Schweigen. Es herrſchte lautloſe Stille. Thurn brach ſie zuerſt. Er trat vor und ſprach feierlich:„So ſoll es geſchehen! So wahr uns Gott helfe! Wer mit uns iſt, ſtehe auf und erhebe die Hand!“
Alle erhoben ſich von ihren Sitzen und hielten die Hand zum Schwur empor.
„Schwört ihr?“ fragte Thurn.
„Wir ſchwören“, tönte es aus einem Munde.
Es war ein feierlicher, gewaltiger Augenblick, der ein furchtbares Gewicht in die Wagſchale der Geſchicke Böh⸗ mens legte.
„Unterzeichnet denn die Denkſchrift“, forderte Thurn auf, und trat der Erſte ſelbſt heran; die Andern drängten ſich hinzu, ihm zu folgen. Zuerſt der Greis Kaspar Ca⸗ pliez von Sulewicz.
„Jacta est alea“, ſprach Thurn zu ihm, als er ihm die Feder reichte.*)
—— Alſo geſchah der erſte Schritt zum offenen Kampf des Volks wider den Herrſcher! Denn dieſem wurden von den
*) Hiſtoriſch.


