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„Keinen ausgenommen!“ wiederholte eine Stimme.
„ſollen dieſelbe frei, ungehindert aller Orten üben und ver⸗ bringen, bei ihrem Glauben, Religion, Prieſterſchaft und Rirchen⸗ ordnung bis zu einer gänzlichen Vereinigung der Religion im heiligen Reiche friedlich gelaſſen werden!“
„Prieſterſchaft! Habt ihr gehört?“ rief Berka von der Daub.„Und wie haben ſie unſere Prieſter bedrückt und, verfolgt!“
„Ruhe! Hört weiter!“
„Friedlich gelaſſen werden! Hört ihr?“ ſchallten ver⸗ ſchiedene Stimmen durcheinander.
„Jetzt merkt wohl auf, Freunde“, ſprach Thurn laut, und erhob ſich im Seſſel.„Jetzt folgen die wichtigſten Stellen des Majeſtätsbriefs, die unſer Recht ſonnenklar erweiſen!“
Frühwein las:
„Wenn auch Jemand aus den proteſtantiſchen Ständen, augerhalb der Rirchen⸗ und Gotteshäuſer, welche ſie jetzund halten und ihnen vorhin zuſtändig, irgend in Slädten, Städt⸗ lein oder Dörſern, oder anderswo wollten oder ſollten mehr Rirchen oder Gotteshäuſer oder Schulen auſrichten und bauen laſſen, daſſelbe ſoll, gleichwie dem Herren⸗ und Ritterſtande, alſo auch den Pragern, Berg⸗ und andern Städten und einem Jeden inſonderheit anjetzo und inskünftige zu thun, von männiglichen ungehindert ſein und offen ſtehen!“
„Einem Jeden! Hört ihr, einem Jeden“, riefen Viele.
„Einem Jeden ſoll es freiſtehen, Kirchen, Schulen und
Gotteshäuſer zu erbauen!“ nahm der Graf Thurn das 11*


