Teil eines Werkes 
1. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Ruhe, Ruhe, Freunde, ermahnte der Patriarch Ca⸗ plicz.Nicht der Sturm augenblicklichen Eifers darf ſie verjagen; ein ruhiger, beſonnener Beſchluß muß ſie ver⸗ bannen, wenn ſie es verdienen!

Man hörte auf die beſchwichtigende Rede des Greiſes und die Schrift wurde weiter verleſen:

In unſerm Majeſtätsbriefe, den Je. Majeſtät der deutſche Raiſer und böhmiſche erwählte Rönig Rudolf II. zum Schutze unſers Glaubens erlaſſen und den Ew. Kaiſerliche Majeſtät be⸗ ſtätigt haben, heißt es:

«Niemand ſoll der Religion halber den Andern bedrängen, ſondern Alle als treue Freunde für einen Mann ſtehen.»

Hört, ihr Böhmen! Niemand ſoll den Andern be⸗ drängen, rief Paul Caplicz, der Neffe;aber wie ſind unſere Glaubensbrüder bedrängt worden durch Martiniz und Slawata und ihren hämiſchen Spürhund Fabricius! Darum iſt ihnen Recht geſchehen!

Ja, es iſt ihnen Recht geſchehen, ſchrien andere ein⸗ fallende Stimmen.

Ruhe, mein Sohn! Ruhe, meine Freunde, bat ſanft der ältere Caplicz.

Martin Frühwein verlas weiter alſo:

Niemand ſoll der Religion halber den Andern bedrän⸗ gen. Die vereinigten Stände, Herren, Adel, die Otadt Prag, die Bergſtädte und die andern ſammt ihren Unterthanen, in HZumma Alle, die ſich zu der böhmiſchen, Raiſer Maximilian anno domini 1575 übergebenen Confeſſion bekennen,«Rei⸗ nen ausgenommen.......**