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ſprach der Greis,„ſonſt hält euch die Welt für leichtſinnig in wichtiger Sache! Wir ſelbſt wollen, was wir aufgeſetzt, noch einmal ſorgfältig mit euch berathen, damit wir eines Jeden Meinung hören. In ſo ernſter Angelegenheit muß jedes Wort erwogen werden.“
Allmälig ſtellte ſich die Ruhe her, und der Abgeord⸗ nete des Bürgerſtandes, der gelehrte Martin Frühwein, der das Document abgefaßt hatte, fing an es vorzuleſen. Die einzelnen Stellen wurden oft durch zuſtimmenden Ruf hervorgehoben oder erfuhren eine kurze Berathung. Von den katholiſchen Ständen war freilich nur eine Minderzahl zugegen, allein viele der Beſchwerden theilten auch ſie, und die Billigen unter ihnen konnten nicht leugnen, daß die Klagen der Proteſtanten gerecht ſeien. Einiges erzeugte die höchſte Aufregung in der Verſammlung, obgleich Thurn es in ſeiner einleitenden Rede ſchon berührt hatte. So
hieß es:*)
„Das Land wird ſeit Jahren gepeinigt durch Umtriebe der Jeſuiten, es wird überſchwemmt durch Ichmähſchriſten, die von ihnen ausgehen, durch Verleumdungen, die uns, die Evangeli⸗ ſchen, in ſchwärzeſten Farben ſchildern. Und ſie lehren darin: «Den Retzern muſſe man nicht Wort halten, ſondern ſie zur katholiſchen Religion zurüchtreihen oder ſie ausrotten.)“
„Ja“, rief Olbramowitz und ſtand auf:„So iſt ihre Lehre! So iſt ihr Thun! Mit den Jeſuiten iſt nicht hauſen in Böhmen! Wir müſſen fort oder ſie!“
„Sie, ſie!“ erſcholl der Ruf von vielen Stimmen gleich⸗ zeitig.„Fort mit dieſen Heuchlern, dieſen Giftmiſchern!“
*) Hiſtoriſches Document.
Rellſtab, Drei Jahre. 2. Aufl. I. 1. 11


