Teil eines Werkes 
1. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Ein lauter, allgemeiner Zuruf begrüßte dieſe Worte.

Unzählbare ſchwere Bedrückungen, fuhr Thurn mit erhobener Stimme und tiefgefurchter Stirn fort,ſind es, die uns zum Aeußerſten getrieben, weil es kein anderes Mittel mehr gab. Der unerträgliche Druck, den alle utra⸗ quiſtiſche Glaubensgenoſſen erduldet, die Schließung ihrer Kirchen, die verruchte Grauſamkeit, mit der ſie gemishandelt wurden, um ſie mit Zwang wieder zur päpſtlichen Kirche zu treiben, ſchrie zum Himmel auf! Wir mußten ihn abſchütteln, wollen aber nicht Gleiches mit Gleichem ver⸗ gelten. Auch haben wir Alle gemeinſam viele andere, gerechte, dringende Beſchwerden, gegen die wir uns in treuer Einigkeit erheben müſſen. Wir Alle haben, nicht jetzt allein, ſondern ſeit langen, langen Jahren ſchon, geduldet und geſeufzt unter den Ränken und der Tyrannei treuloſer Ver⸗ walter! Fremde Söldner ſind uns ins Land geführt wor⸗ den, die ſich genährt haben von den Früchten unſeres Fel⸗ des, gedüngt mit dem Schweiß unſerer Landleute!

Ein unwilliges, zuſtimmendes Murmeln in der auf⸗ horchenden Verſammlung ließ ihn einige Augenblicke ſchweigen.

Ich ſpreche nicht von meinen Glaubensgenoſſen allein! Werden wir aber nicht Alle durch unerhörte Steuern be⸗ laſtet, die Folgen ſolcher verrätheriſchen Unternehmungen? Wer ſollte die Kriegskoſten zahlen? Wir, gegen die der Druck gerichtet war? Und möchte, was einmal ge⸗ ſchehen und vergangen iſt, vergeſſen ſein. Aber wie iſt die Gegenwart? Das Recht wird nach Gunſten geübt; die Proceſſe werden in endloſe Länge geſchleppt, damit die Richter und Advocaten länger am Mark der Klagenden und Verklagten ſaugen können; die öffentlichen Gelder werden vergeudet, die Rechte der Stände, welche die des geſammten