Teil eines Werkes 
1. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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men hat ſich in ſeiner Kraft und in ſeinem Recht muthvoll erhoben, aber nur um ſchreiende Unbill von ſich abzuwen⸗ den, die uns ſeit langen Jahren durch verrätheriſche Diener unſeres allergnädigſten Herrn des Kaiſers zugefügt worden iſt. Wir werden aber die gerechte Sache nicht durch ge⸗ waltſame Thaten gegen Unſchuldige beflecken! Vom erſten Augenblick an habe ich, ſo viel ich vermochte, die wilden Ausbrüche der Leidenſchaft, die ſich, ohne Urtheil und Maß, in aufgeſtörter Volksmaſſe geltend machen, gezügelt und ge⸗ hemmt. Es iſt mir mit Hülfe meiner ehrenwerthen, getreuen Freunde gelungen, die Ruhe und das Geſetz in der Stadt ſchon am geſtrigen Tage ſo feſt herzuſtellen, daß Niemandes Recht, Beſitz oder gar Leib und Leben von irgendwem gekränkt iſt. Schuldbewußte haben ſich geflüchtet, weil ſie wol vermuthen durften, daß ſie zur ſchweren Rechenſchaft gezogen werden würden. Aber nur auf Berathung und durch Rechtsbeſchluß ſoll es geſchehen. Kein Einzelner darf Rache oder Gewaltthat am Einzelnen üben. Wollt ihr mir und meinen Freunden euer Vertrauen ſchenken, bis wir ein geordnetes Regiment eingeſetzt haben, für Recht und Sicher⸗ heit Sorge zu tragen, ſo verpfände ich Ehre und Leben dafür, daß Prag und Böhmen ganz ſo unter dem Schutz des Geſetzes ſtehen ſoll wie jemals bisher. Kein Einzelner hat für Recht, Eigenthum oder Leben zu fürchten. Vertraut ihr uns Das an, ſo rufet euer Ja!

Es erſcholl wie aus einem Munde.

Das war, fuhr Thurn zu ſprechen fort,die erſte Pflicht unſerer Verſammlung; kein Schuldloſer durfte fer⸗ ner in Furcht leben in Böhmen oder in ſeiner Hauptſtadt. Wir haben jetzt die zweite zu erfüllen, Rechenſchaft von unſerer That zu geben, vor euch, vor des Kaiſers Majeſtät, vor der ganzen Welt.