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„Der Greis dort“, wiederholte Thereſe und zitterte vor Aufwallung.
„Das iſt ja der alte ehrwürdige Herr Caplicz von
Sulewicz, Böhmens oberſter Landſchreiber; ja er hat ſeine
vierundachtzig Jahre!“
„Als ob ich ihn ſelbſt ſähe!“ rief Thereſe aus;„ganz ſein ehrwürdiges Patriarchenhaupt!— Ein Märtyrerkopf!“ ſetzte ſie ſchauernd hinzu, in der lebhaft erweckten Erinnerung an ihren geliebten Vater Nechodom.
„Der alte Herr ſieht wahrhaftig aus wie ein Heiliger“, ſagte Beata fromm.
„Ja, ein Heiliger!“ wiederholte Thereſe.
„Es iſt mir auch ordentlich feierlich, daß ich ihn ſo
feſtlich geſchmückt ſehe“, meinte Balthaſar;„der ſchöne ſchwarz⸗
ſeidene Mantel läßt ihm wie ein Prieſtergewand!“
„Wie Silber glänzt ihm das Haar unter dem ſchwarzen Barett“, ſagte Beata,„und der ehrwürdige weiße Bart!“
Thereſe vermochte nicht zu ſprechen. Eine unnennbar ſchmerzliche Wehmuth überwältigte ſie faſt; ſie fühlte ſich wie von einem tiefen Traum gebunden.
Das Volk grüßte den Greis mit höchſter Ehrerbietung; Alle ſtanden unbedeckten Hauptes, gebeugt. Da er wieder⸗ grüßend das Barett lüftete, ſah man ſeine vom lichten Silberhaar umkränzten Scheitel. Mit frommen, treuen Augen blickte er umher, über die Volksmenge hin; Friede lag auf ſeinem Antlitz.
„Der Ritter neben ihm in dem dunkelgrünen, gold⸗ geſtickten Wamms, mit dem hohen Federhut“, fragte Beata, „muß wol auch ein ſehr vornehmer Herr ſein? Er ſieht ſo kühn und trotzig aus, wie der alte Herr milde und fromm!“
„Es iſt ſein Neffe, der Ritter Paul Caplicz!“ belehrte ſie Balthaſar.„Ein wilder Tollkopf“, fuhr er halblaut
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