Teil eines Werkes 
1. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Nathanael will ihn doch geſehen haben, gerade um Mitternacht

Narrheiten! erwiderte Balthaſar.

Die alte Urſula hat ihn auch unter den Fenſtern des Grafen in der Mauer verſchwinden ſehen!

Die Alte ſieht Geſpenſter am hellen Tage; ſie hat's dem Nathanael vorgeſchwatzt und der leichtgläubige Narr ſchwatzt es nach und bildet ſich zuletzt die Thorheit wirk⸗ lich ein!

Nein, Balthaſar, ſo iſt es nicht! Der Mönch hat ſich gezeigt! Und du biſt doch lange genug im Hauſe, um zu wiſſen, daß das immer geſchieht, wenn ein Unglück droht!

So lange ich dem Grafen diene, iſt nichts der Art vorgekommen und ich glaube einmal nicht daran! ant⸗ wortete er.

Freilich; ſeit wir verheirathet ſind iſt Gott ſei Dank Alles glücklich hergegangen, aber als ich noch ein kleines Kind war, als wir noch in Friaul wohnten, drei Tage vor dem Tode des Vaters unſeres Herrn...

Nun, da warſt du ein kleines Kind und kindiſch, unterbrach ſie Balthaſar.

Allein meine Mutter hat mir's oftmals wiedererzählt, daß in der Hauskapelle, die Herrſchaft war damals noch katholiſch um Mitternacht ein uralter Mönch in ſchwarzer Kutte, mit ſilberweißem Bart...

Gott! rief Thereſe laut aus,was ſeh ich der Greis mit dem ſilberweißen Bart wer iſt das? Sie faßte dabei ſo heftig Balthaſar's Arm und deutete mit der andern Hand auf einen Wagen, der eben ſichtbar wurde, daß der alte Diener, der in ſeinem Geſpräch mit Beaten ihrer ganz vergeſſen hatte, ordentlich zuſammenſchreckte.