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fort;„ſie erzählen, er habe die erſte Hand an die Statt⸗ halter gelegt! Er ſoll den Burggrafen von Karlsſtein zuerſt ergriffen und zum Fenſter gezogen haben.“
Thereſe hörte nichts von dieſen Worten. Ihr Blick und ihre Seele hingen unverwandt an dem Greiſe, deſſen Bild ihr ſo ſchmerzliche Erinnerungen weckte.
Sie war ganz verſenkt darin.
Da ſchwebte hehres Glockengeläute vom Thurme der Schloßkirche herab und zugleich donnerte der Hall eines Kanonenſchuſſes durch die Lüfte.
Thereſe fuhr empor.
„Das ſind die Begrüßungsſchüſſe“, ſagte Balthaſar, „nun wird der Sitzungsſaal geöffnet.“
Jetzt erſt gewann Thereſe ihre natürliche Stimmung wieder, ſah die Welt um ſich her, den ſonnigen Maitag, die wogende Volksmenge. Allein ſie ertrug dieſe Eindrücke nicht und bat Beaten mit Thränen, aus dieſem Gewühl fort, nach Hauſe mit ihr zu gehen.
„Um des Himmels Willen, Kind, was iſt Euch denn?“ fragte dieſe beſorgt,„ſeid Ihr krank?“
Thereſe zitterte wie im Fieber.
„Ach, Ihr wißt nicht, was ich erlebt habe! Solch ein ehrwürdiges Haupt! Die blutigen Mörderhände, die ſich danach ausſtreckten!“
„Heiliger Gott, behüte uns vor ſolchen Gräueln!“ ſagte Beata zurückſchreckend.
Thereſe blickte, von ihren Erinnerungen überwältigt, zitternd, doch unverwandt dem greiſen Caplicz nach.
„Laß uns nach Hauſe gehen“, ſagte Beata leiſe zu ihrem Mann.
„Ja wol, ja wol“, antwortete dieſer ebenſo;„ſie iſt ja ganz wie verſtört! Der Zug iſt ja auch vorüber!“


