Teil eines Werkes 
1. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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daß er vom Schloſſe gar nicht wieder dorthin gekommen iſt. Niemand weiß, wo er ſich verborgen hält, oder ob es ihm gelungen iſt, aus der Stadt zu flüchten.

So gib ihn ſeiner Frau; ſie wird am zeitigſten er⸗ fahren, wo er ſich befindet, wenn ſie es nicht ſchon jetzt ſehr gut weiß. Aber mit den beiden andern Zetteln hat es größere Schwierigkeit, fuhr Slawata fort.Sie ſind für den Herrn Wolfgang Salender von Proſſowitz, Abt zu Braunau, und für den Abt des Kloſters Strahow, Herrn Kaspar von Queſtenberg, beſtimmt. Sie waren geſtern noch Beide in der Stadt. Allein wo ſie heute ſein mögen, wer kann es wiſſen?

O, Herr, entgegnete Zaloska,ich will es ſchon ausforſchen; ich frage bei den Kloſterpförtnern der ganzen Stadt nach!

Ganz recht, antwortete Slawata.Der Abt von Braunau hat öfters bei den Theatinern ſeine Wohnung hier in Prag genommen, und der Abt von Strahow iſt vielleicht noch im Kloſter, wie ſehr er auch Urſache haben mag, die jetzige Gewaltherrſchaft zu ſcheuen. Du mußt nur vorſichtig dort nachfragen.

Macht Euch nicht Sorgen darum, gnädigſter Herr, erwiderte Zaloska und kniff die grauen glotzenden Augen pfiffig zuſammen.Ich werde die Zettel doch beſtellen! Haben wir nicht Freunde genug in der Stadt, auch aus der Gegend von Braunau? Schwerer iſt es hier, die Zettel aus dem Haus und der Gaſſe zu ſchaffen. Sie haben uns

ganz durchſucht, als wir herkamen; ſie werden das gewiß

wieder thun, wenn wir fortgehen. Gib mir einige der Zettel, forderte Lucia. Nein, widerſetzte ſich Slawata,dich möchte ich nicht gefährden!