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ihnen gegenüber zu gelangen. Schnell entwarf er in ſeinem ſcharfen Geiſte, von einem zähen, beharrlichen Willen unter⸗ ſtützt, was er zunächſt für Schritte zu thun habe und was er aus ſeinem jetzigen Standpunkte möglich machen könne. Zuerſt mußte er über Alles, was in Prag vorging, genaue Auskunft haben. Das gab ihm zugleich den richtigen Maß⸗ ſtab über ſeine eigene Gefahr. Er hoffte auf dieſe Weiſe mit Sicherheit zu erfahren, ob und was ihm noch drohe. Dann galt es die Mittel in Bewegung zu ſetzen, um dem überraſchenden Ueberfall durch die Gewalt der proteſtanti⸗ ſchen Partei Grenzen zu ſetzen, bevor ſich ſeine Folgen wei⸗ ter ausbreiteten. Es galt, die Fäden anzuknüpfen, mittels deren ein anfangs unſichtbares, aber deſto unzerſtörbareres Netz geſponnen werden konnte, um die Empörer am feſteſten zu umgarnen in dem Augenblicke, wo ſie ſich am freieſten glaubten. Während er über dieſe Mittel nachdachte, trat Lucia wieder ein; Zaloska folgte ihr. Doch er hatte, ſo ſchien es, ſeine ganze Natur umgeſtaltet. Die Wildheit, die rach⸗ und blutgierige Roheit, die ſich ſonſt in ſeinem thieriſch ſtumpfen Weſen ausdrückte, war völlig verſchwunden, und mit einem bewundernswürdigen Inſtinct der Schlauheit hatte er ſich in einen Menſchen von dem unſcheinbarſten Aeußern verwandelt. Das ſchwarze, wildſtruppige Haar trug er ſchlicht zurückgeſtrichen; die trotzigen Züge zeigten nur einen ſtumpf phlegmatiſchen Ausdruck, das hyänenartig ſtarre Auge glotzte gedankenlos unter der flachen Stirn hervor. Nur ein widerwärtiges unheimliches Lächeln und ein von Zeit zu Zeit wiederholtes ſcheues, doch zugleich ſpähendes Blinzeln, das die Augen unruhig bald zur Rechten, bald zur Linken warf, konnte dem aufmerkſamen Beobachter verrathen, daß Angeſicht und Haltung des Menſchen nicht ſeine natürlichen


