Teil eines Werkes 
1. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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ſchnitt ſich die langen wilden Haare und den Bart ums Kinn kurz ab, nach Art der Magiſter. So hat er mich, kaum mir ſelbſt noch kenntlich, hierher begleitet.

Wohl, wohl! Ich muß ihn ſprechen!

Ich werde ihn zu dir führen, antwortete Lucia und verließ das Gemach.

In den wenigen Minuten, die ſie abweſend war, ent⸗ ſpannen ſich in Slawata's Bruſt ausgedehnte Entwürfe. Die wunderbare Rettung aus der Gefahr des Sturzes, die faſt als der unfehlbare Tod gelten durfte; die zweite in das gaſtliche Haus, das ihn jetzt aufnahm; die wider alles Ver⸗ hoffen neu angeknüpfte Verbindung mit ſeiner zu jedem küh⸗ nen Unternehmen entſchloſſenen Gattin und einem Manne, der zwar ein niederes, aber doch äußerſt zuverläſſiges und energiſches Werkzeug ſeiner Plane abgab: dies Alles be⸗ ſtärkte ihn in der Ueberzeugung, daß die Sache, für die er kämpfte, unter dem unmittelbaren göttlichen Schutze ſtehe, und daß er ſelbſt noch zu einer großen Zukunft aufbewahrt ſei. Er gerieth in fieberhafte Wallung; die fanatiſche Glut loderte hoch in ihm auf. Er erhob beide Hände zum Gebet und ſprach laut:Ja, jetzt weiß ich es, du fromme, hei⸗ lige Mutter Gottes, zu der ich flehte in meiner Todesnoth, du ſelbſt haſt mich auf deinen Armen herabgetragen, daß ich

mein Leben errettete! So will ich es fürder allein deinem

Dienſte und der heiligen Kirche weihen!

Schnell wechſelte bei ihm die ruhige Sicherheit der Be⸗ trachtung mit den fanatiſchen Erregungen. Die ſcharfe Kraft des Verſtandes war noch geſchärfter danach. So faßte er in dieſem Augenblicke den feſten Entſchluß, des körperlichen Uebels nicht zu achten und von Stund an den Kampf zu erneuern; die Milde, ſelbſt die Gnade der Feinde nur an⸗ zuflehen und zu benutzen, um wieder zu ſelbſtändiger Kraft