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droht iſt“, antwortete Lucia;„die Gräfin meldete mir
ſchriftlich, daß Thurn über deine Zukunft mit den Ständen verhandeln werde. Einſtweilen geſtatte er meinen Beſuch 8 bei dir und den eines Arztes. Das wurde mir bald darauf
aus der Kanzlei ausgefertigt.“
„Welcher Arzt hat dich begleitet, Lucia?“ fragte er matt. „Iſt es Borbonius? Ich fühle mich recht krank.“ Er ſank dabei, von der Aufregung des Wiederſehens erſchöpft, in die Kiſſen zurück.
„Alſo biſt du doch ſo krank?“ fragte ſie betreten;„ſie hatten mir geſagt, dein Uebel ſei gering, es werde nur ſtärker angegeben, damit ſich die Rache unſerer Feinde für geſättigt halten möchte. So hätte ich doch vielleicht anders handeln ſollen!“
„Wie das?“ fragte Slawata.
„Weil mich kein Arzt hierher begleitet hat, ſondern Zaloska“, erwiderte ſie.
„Zaloska!“ fuhr Slawata auf und ſein Auge blitzte. „Zaloska! Lucia, das war ein trefflicher Gedanke von dir! Ich kann auch des Arztes entbehren!“ ſagte er mit energiſcher Zuſammenraffung.
„Ueberdies iſt er nicht unerfahren in der Art der Heil⸗ 4. kunſt, wie ſie das Volk in den Gebirgen übt“, ſagte ſie. „Er war auf dem Schloſſe gefangen worden“, fuhr ſie fort, „doch in dem Getümmel nach der Gewaltthat gelang es ihm zu entkommen und unſer Haus zu erreichen. Er war der Erſte, der mir von dem Verbrechen erzählte. Weil wir mit Recht fürchteten, daß die wilden Rotten ſogleich zu uns dringen würden, flüchtete ich mit ihm den Berg hinab, nach St.⸗Thomas zu dem Kaplan Ambroſius. Dort legte er ſeine Waffenſtücke ab, vertauſchte ſeine Kleidung gegen ein ſchwarzes Wams, das ihm der Kaplan verſchaffte, und


