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„Möglich iſt es mir geworden, aber ſchwer, ſehr ſchwer, Slawata“, erwiderte ſie und richtete das Haupt empor. Ihre Thränen floſſen noch, aber ihre Züge hatten den Ausdruck zürnenden Stolzes.
„Schwer, ich glaube es“, entgegnete Slawata,„und ich begreife kaum, wie es möglich war, da Alles rings von Wachen umſtellt iſt.“
„O es war nicht ſchwer in dieſem Sinne“, antwortete ſie und ſtand auf,„aber ſchwer durch das Opfer, das ich gebracht habe! Ich mußte dieſe Gunſt erbitten, von dei⸗ nem Todfeinde, von Thurn erbitten, durch die Gräfin! Slawata, das war ein harter Gang!“
„Lucia, du haſt viel für mich gethan“, antwortete er bewegt.„Wie nahm man dich auf— haſt du Thurn ſelbſt geſprochen?“ fragte er mit dem Ausdruck der Beſorgniß, tief Kränkendes zu hören.
„Sie nahm mich theilnehmend auf, doch ihre Milde drückte mich härter als ihr Stolz es gethan hätte; ſie war — herablaſſend!“ antwortete Lucia.
„Herablaſſend!“ wiederholte Slawata und preßte die Lippen zuſammen.
„Ihr Mitleiden hatte freilich einen guten Grund“, fuhr Lucia fort,„das Bewußtſein des Verbrechens ihres Man⸗ nes drückte ſie. Sie äußerte, ſie wolle mir hülfreich ſein, denn vielleicht komme ſie dereinſt in die Lage, Gleiches von mir zu erbitten.“*)
„Daß ihre Ahnung ſich erfüllte!“ rief Slawata aus. „Und— haſt du nichts vernommen...“ er ſtockte,„weißt du, was über mich beſchloſſen iſt?“
„Ich habe Hoffnung, daß dein Leben nicht mehr be⸗
*) Hiſtoriſch.
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