Teil eines Werkes 
1. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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geſetzten Seite zu eröffnen, und er trug daher kein Beden⸗ ken, zu dieſer überzuſpringen. Dies zog ihm den höchſten Grad des Haſſes ſeiner frühern Genoſſen zu, dem er ſeiner⸗ ſeits wieder durch unabläſſige Feindſeligkeit begegnete. In⸗ zwiſchen glückte es ihm durch ſeinen Uebertritt zur römiſchen Kirche, eine ſehr vortheilhafte Heirath zu ſchließen, die ihm zu großem Reichthum und dadurch bald zu Einfluß und Anſehen verhalf. Schon in ſeinem zweiundzwanzigſten Jahre vermählte er ſich mit Lucia von Neuhaus, der einzigen Tochter des kaiſerlichen Rathes und Kanzlers, Herrn zu Neuhaus im ſüdlichen Böhmen, zu Teltz in Mähren, ſowie Baron von Chlum, Koſchenberg und Straz. Alle dieſe Titel ererbte Slawata durch den Tod ſeines Schwiegervaters, und ſtand nun bald unter den vornehmſten Männern Böhmens. Er war Burggraf von Karlsſtein vom Jahre 1604 bis zur Krönung des Kaiſers Mathias, wo Thurn dieſe wichtige Ehrenſtellung eines Bewahrers der Reichskleinodien und Ar⸗ chive erhielt, und verließ dieſelbe nur, um Präſident der Statthalterſchaft Böhmens zu werden. Im No⸗ vember des verwichenen Jahres, wo der nämliche Kaiſer die zehn Statthalter Böhmens einſetzte, welche das Land bisher verwaltet hatten, wurde er auch deren Präſident. So ſtand er noch in friſchen männlichen Jahren— er zählte fünfundvierzig— auf höchſter Stelle äußerlichen Anſehens. Allein er wußte, daß er tief verhaßt war, ſowol bei den Utraquiſten wegen ſeines Abfalls als auch ſonſt aus dem in menſchlichen Verhältniſſen nie ausbleibenden Neide und der Eiferſucht auf ſeine glänzende Laufbahn. Dadurch hatte ſich auch bei ihm eine Erbitterung erzeugt, die, vereint mit dem fanatiſchen Eifer für die Religionspartei, zu der er übergetreten war, ihn zum unverſöhnlichen Verfolger aller ſeiner Gegner machte; wiewol ihm ſonſt würdiger Sinn