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dem Lärmen der Gaſſe, welche Thurn's Mannſchaften beſetzt hielten, möglichſt zu entziehen, in einem Hinterzimmer, deſſen Fenſter nach dem Feſtungsgraben hinausgingen. Ein Wund⸗ fieber geſellte ſich zu dem unruhigen Wogen ſeiner Gedanken. Aerztliche Hülfe war ihm durch die Bewachung des Hauſes abgeſchnitten; Polyxena erſetzte dieſelbe durch umſichtige Sorgfalt. Sie hatte dem Kranken außerdem, ohne daß er es wußte, einen großen Dienſt geleiſtet, indem ſie es mög⸗ lich gemacht hatte, durch einen prager Bürger unter den Bewachenden, den einer ihrer Diener kannte, der Gräfin Slawata Nachricht über das Befinden ihres Gatten zukom⸗ men zu laſſen. Auch war ſie es geweſen, die derſelben als einziges Rettungsmittel den Rath ertheilt hatte, ſich an die durch ihre Güte und Sanftmuth gekannte Gräfin Thurn zu wenden.
Slawata's Haus lag nur wenige Hundert Schritte von dem des Oberſtkanzlers, auf dem Abhang des Berges nach der Moldau zu; dennoch war alle Verbindung mit demſelben durch die beſetzende Mannſchaft abgeſchnitten, die ebenſo die Straße vor dem Hauſe als den Feſtungsgraben hinter dem⸗ ſelben beobachtete.—— Ehrgeiz bildete die Grundtriebfeder in Slawata's Charakter. Ein unbemittelter Edelmann, von 3 proteſtantiſchen Aeltern geboren, hatte er, nur um ſich emporzuarbeiten, den entgegengeſetzten Parteien ſeines Va⸗ terlandes in unzuverläſſiger Geſinnung angehört, und war ſogar eine Zeit lang der äußerſten Richtung der religiöſen Diſſidenten gefolgt, indem er ſich zu der ſchroffen Sekte der Picarden hielt ²), bei welchen die Lehren der Huſſiten in die 1 ausartendſte Verzerrung übergegangen waren. Doch eine glücklichere Laufbahn ſchien ſich ihm auf der gerade entgegen⸗
*) Hiſtoriſch.


