Teil eines Werkes 
1. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Unglückliche harrt auf deinen Ausſpruch. Soll ich ihr das Todesurtheil ihres Gatten melden?“

„Eliſabeth“, ſagte Thurn mit ernſtem Blick,„du weißt nicht, wie Gefährliches du von mir verlangſt; auch könnte ich nicht auf eigene Verantwortlichkeit handeln! Ein Todes⸗ urtheil“, fuhr er fort, da ſie erblaſſend vor ihm ſtand,„ſoll darum dein ſanfter Mund doch nicht überbringen. Glaube aber nicht, daß die reiche, ſtolze Tochter des Herrn von Neuhaus, die einzige Namenserbin des alten ſtolzen Ge⸗ ſchlechtes, ſo demuthvoll und weich geworden ſei, wie ſie vor dir erſchienen iſt! Und Slawata— er in unſerer Gewalt iſt ein zu gewichtiges Unterpfand, als daß wir es aus der Hand geben dürften! Melde ihr denn, er werde bewacht bleiben, bis unſere Sache befeſtigt iſt,— oder auf Bürg⸗ ſchaft entlaſſen... oder... ich will es den Ständen vor⸗ legen,— es wird ſich ein Ausweg finden.“

„So iſt wenigſtens Hoffnung“, rief die Gräfin in dank⸗ barer Freude aus. Thurn wollte ihr die Hand reichen, doch ſie umarmte und küßte ihn mit innigſter Wärme.„Es iſt mir, Thurn“, ſagte ſie bewegt,„als hätte ich dein Leben gerettet!“

Ueunzehntes Capitel.

Slawata lag krank, am Kopf verwundet, voller Sorge, Angſt und— Erbitterung, im Hauſe des Oberſtkanzlers, deſſen Gattin ihm ebenſo ſorgfältige Pflege widmete, als ſie ihn heldenmüthig beſchützt hatte. Er befand ſich, um ihn