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nur Bitten gehabt hätte für die unglücklichen Flüchtigen, wie ich ſie jetzt nur für den Einen habe, dir gegenüber. Allein ich muß für ihn bitten! Slawata's Gattin war bei mir, in Thränen, angſterfüllt; ſie fleht durch mich zu dei⸗ ner Großmuth!“*)
„Das hat die ſtolze Lucia von Neuhaus gethan?“ fragte Thurn verwundert, doch nicht ohne Bitterkeit;„ſie iſt bittend zu dir gekommen?“
„Ermiß aus der Schwere dieſes Schrittes für ſie die Schwere ihres Leides!“ entgegnete Eliſabeth warm.
„Slawata iſt der Schuldigſte von Allen!“ ſprach Thurn lebhaft.
„Laß ſeine Schuld!“ bat die Gräfin,„ſieh nur auf ihr Geſchick, höre nur ihre Bitte!“
„Ich ſehe auch die göttliche Vergeltung!“ antwortete Thurn ernſt.
„Sie hat der Himmel geſandt— ſein iſt die Rache! In deine Hand legt er die Milde—“
„Legt er Beides“, unterbrach ſie Thurn.„Iſt hier die Strenge nicht Pflicht? Wer ſoll beſtraft werden, wenn er nicht beſtraft wird!“
„Strafet Niemand!“ antwortete die Gräfin ſanft: „Liebet eure Feinde, ſegnet die euch fluchen! O wenn dies eine Wort des Herrn das Grundgebot aller Bekennt⸗ niſſe wäre, ſie würden alle Raum haben auf dieſer Erde und friedlich nebeneinander wohnen!“
Thurn war unentſchloſſen.
„Es wäre ſchön, Eliſabeth, allerdings, wenn es ſo wäre!“ ſagte er, da ſie ihre feuchten Blicke ſchweigend auf ihn heftete.„Doch da die Einen nur die Verfolgung und
s) Hiſooriſch.


