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ihren Vater bewegt anblickte.„Geht mit hinüber, Wo⸗ lodna und Xaver; ſchüttet eure Herzen noch gegenſeitig aus. Dann kommt an den Ort, wohin ich euch beſchieden habe. Morgen freilich müßt ihr aufbrechen! Der Abend bleibt uns noch!“
Die Gräfin nahm Thereſe bei der Hand und ging mit ihr und den beiden Männern zu ihrer Tochter hinüber. „Ich kehre gleich hierher zurück zu dir, lieber Thurn!“ ſagte ſie im Abgehen. 8
Als ſie wieder eintrat, hatte ſich die Bewegung, die man ihr im erſten Augenblicke anſah, noch geſteigert. Sie ging auf Thurn zu, faßte ſeine beiden Hände, blickte ihn innig an und ſagte aus voller Bruſt:„Lieber Freund, ge⸗ währe mir eine Bitte!“
„Jede, die ich vermag“, antwortete Thurn;„allein was haſt du? Du biſt ganz außer dir!“
„Gib Slawata frei“, ſagte ſie mit tiefſter Be⸗ wegung.
„Eliſabeth!“ erwiderte er ſtaunend,„wie kommſt du zu dieſer Bitte? Er iſt von allen unſern Gegnern der gefährlichſte!“
„ Gott hat ihn in Schutz genommen“, erwiderte die Gräfin;„legt nicht ferner Hand an ihn! Erfülle meine Bitte, wenn du es irgend vermagſt!“
„Wenn ich es vermag“, wiederholte Thurn in einer Weiſe, die ſeinen eigenen Zweifel an dem Recht ſolcher Handlung ausdrückte.„Allein ſage mir, was iſt vorge⸗ gangen, daß du gerade das bitteſt? Hat die großmüthige Handlungsweiſe Polyxena's von Lobkowitz dich ſo erfüllt? Möchteſt du mit deinem weichen Herzen ihrer kühnen Ge⸗ ſinnung nacheifern?“
„O nein“, entgegnete Eliſabeth,„ich weiß, daß ich


