Teil eines Werkes 
1. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Eure liebe, ſchöne Tochter, Wolodna, iſt doch mit Euch gekommen?“

„Sie verweilt drunten, wie Ihr es befohlen habt, Herr Graf“, antwortete Wolodna.

„So will ich ſie jetzt gleich ſelbſt zur Gräfin Thurn führen“, antwortete er. Er ſchellte; der alte Balthaſar erſchien. Thurn gebot ihm, Thereſen heraufzuführen.——

Sie trat ein. Ein leichtes Erröthen erhöhte ihre edle Schönheit. Thurn ſchritt freundlich auf ſie zu, bot ihr die Hand und ſagte:

„Willkommen hier in Prag! Es ſieht freilich jetzt etwas unruhig bei uns aus, allein ich denke Eurer lieben Toch⸗ ter“, wandte er ſich zu Wolodna,„doch einen ſtillen, fried⸗ lichen Aufenthalt zu verſchaffen! Wir wollen gleich zur Gräfin hinüber!“

Sie gingen durch einige Zimmer.

„Biſt du allein, Eliſabeth?“ fragte Thurn, indem er eine Thür halb öffnete und in das Gemach blickte,„ich bringe dir hier unſern jungen lieben Schützling!“

Er nahm Thereſen bei der Hand und trat mit ihr ein. Wolodna und Xaver folgten.

Die Gräfin Thurn war eine hohe, feine Geſtalt; aus ihren Zügen ſprach das mildeſte Wohlwollen. Sie kam Thereſen mit einem freundlichen Lächeln entgegen, doch ſchien ſie ſchmerzlich bewegt.

„Du haſt die Heimat verlaſſen müſſen, liebes Kind“, ſagte ſie, indem ſie Thereſen, die ſich beugte, um einen Kuß auf ihre Hand zu drücken, davon zurückhielt und ſie auf die Stirn küßte;„du ſollſt hier eine neue finden, und wir wollen Alles thun, daß du die alte nicht zu ſchmerzlich vermiſſeſt!“