Teil eines Werkes 
1. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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bei Pfaffen und Schranzen die Weiſe ſein, wenn es gilt, fette Pfründen und Gnaden zu vergeben. Ich ſehe mir den Mann ſelbſt an! Denn wir haben hier nicht Lecker⸗ biſſen in Muße zu verzehren. Wir werden Arbeit haben mit dem Schwert und mit dem Kopf! Gefahr und

Entbehrung, und dann erſt, wenn es Gott will, ſpä⸗

ten Lohn! Dazu braucht man Männer, die Herz, Kopf und Fauſt haben. Das habt ihr, ihr Beide! Von dem Augenblicke an, wo ihr mich zu Lowoſitz um meinen Bei⸗ ſtand antratet, wußte ich, daß ich in euch Männer fand, auf die auch ich in der Noth zählen könnte!“

Das hingegebene volle Vertrauen, welches Thurn aus⸗ ſprach, verdoppelte die Flammen des Eifers, die ſchon in Beiden emporgeſchlagen waren.

„Ja, das könnt Ihr, Herr Graf, bei Gott, das könnt Ihr!“ rief der alte Wolodna und die Thränen traten ihm ins Auge.„Mein grauer Kopf iſt Euer!“

„Er iſt unſerer Sache, und ich hoffe ihn noch mit einem Ehrenkranz zu ſchmücken ¹, entgegnete Thurn.—

Ein Diener trat ein.„Die Frau Gräfin hat herüber⸗ geſchickt“, meldete er,„und läßt anfragen, ob ſie den Herrn Grafen jetzt ſprechen könne.“

„Ich werde ſogleich ſelbſt hinüberkommen“, erwiderte Thurn raſch, und winkte dem Diener, ſich zu entfernen.

„Die Zeit drängt, Freunde! Ich werde in der Schloß⸗ kanzlei die Briefe, die ich euch mitgebe, ausfertigen laſſen. Dort ſollt ihr auch die erſte nothwendige Summe zu eurem Geſchäft in Empfang nehmen und die Anweiſungen auf Weiteres erhalten. Um Mittag findet euch dort bei mir ein. Morgen könnt ihr aufbrechen. Jetzt wollen wir noch ein anderes Geſchäft, das nur uns allein angeht, abthun.