Teil eines Werkes 
1. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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„Wohl denn“, ſagte der Rathſchreiber,„es ſei; allein Vertrauen habe ich nicht. Der Kaiſer überläßt Alles ſei⸗ nen Statthaltern und heißt Alles gut, was ſie thun. Sie ſagen, er ſei nicht übelwillig gegen uns; allein er hält ſei⸗ nes Bruders, des gnädigſten Kaiſers NRudolf Willen nicht aufrecht.“

„Dem iſt ſo“, ſtimmten Mehre bei.„In jeglicher Art und Weiſe ſind die kaiſerlichen Erlaſſe, die ich alle auf dem Amte geſammelt habe, wider uns gerichtet“, fuhr Herbeck fort.„Die Statthalter ſind es, die Se. kaiſerliche Ma⸗ jeſtät dazu veranlaſſen, durch falſche Berichte. Erſt geſtern iſt uns das wider die Utraquiſten gerichtete Verbot des Drucks ihrer Schriften zugegangen!“

„Welches Verbot?“ unterbrach Holoduk heftig.

„Ein Verbot des Bücherdrucks?“ fragten Chlodzek und Nechodom faſt gleichzeitig mit Staunen.

„Ihr wißt“, erklärte Herbeck,„daß im Jahre 1610 Se. Majeſtät der Kaiſer Rudolf, Gott hab ihn ſelig! den böhmiſchen Landtagsbeſchluß genehmigt hatte, daß die Utraquiſten des Landes jegliches Buch drucken und ver⸗ öffentlichen dürften, welches unſere Glaubensbeſchützer und das Conſiſtorium genehmigt hätten. Dieſe kaiſerliche Er⸗ laubniß iſt aufgehoben....“

„Aufgehoben!“ ertönte der unwillige Ruf durch die Ver⸗ ſammlung.„Unmöglich! Unerhört! Wir ſollen unſere Glaubensmeinungen nicht mehr bekennen dürfen!“ ſchallte es verworren durcheinander. Alle ſtanden auf.

„So iſt es!“ ſagte Herbeck mit erhobener Stimme.„Es darf keine Schrift unſererſeits mehr gedruckt werden, die nicht die kaiſerlichen Statthalter oder Räthe zuvor geneh⸗ migt haben!“

„Das Alles hetzen unſere erbitterten Feinde, Slawata