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geweiht war. Den wollte der Erzbiſchof Lohelius nicht dul⸗ den, und drang in die kaiſerlichen Statthalter, den Flecken zu zwingen, daß er ſeinen Pfarrer vom Amte entſetze!“
„Unglaublich!“ rief Nechodom aus.
„Die Einwohner ſandten Abgeordnete zu ihm—“
„Die wurden gut aufgenommen!“ unterbrach Holoduk.
„Es war auch eben um die Weihnachtszeit. Statt der Bitte zu willfahren, erzwang es Herr Lohelius, daß die Bürger von Straſchitz in feierlicher Geſandtſchaft den katho⸗ liſchen Prieſter Andreas Molitoris, den er ihnen beſtimmt hatte, ſelbſt einholten und bei ſich einführen mußten!“
„In einem vierſpännigen Kutſchwagen mußten ſie ihn im Triumph in den Ort führen, wie einen Fürſten oder König!“ vervollſtändigte Holoduk empört.
Nechodom wiegte misbilligend ſein bekümmertes Haupt.
„Das hat weder Thurn noch ein anderer Defenſor hin⸗ dern können!“ fuhr Herbeck fort.„Die Straſchitzer haben vielmehr, weil ſie dem katholiſchen Prieſter, der ſie und ihren Glauben fortwährend ſchmähte, endlich die Kirche ſchloſſen, ihre beſten Gerechtſame verloren, und Etliche ſind ausgetrieben worden in die Verbannung. Und den Prieſter mußten ſie behalten und haben ihn noch!“
„Und Beſſeres haben wir auch nicht zu hoffen“, rief Holoduk voller Unwillen,„wenn wir wiederum Abgeſandte ſchicken und uns auf Bitten legen!“
„Allein, lieber, muthiger Holoduk“, entgegnete Necho⸗ dom ſanft,„wiſſet Ihr einen beſſern Rath? Ihr ſeid mir im Alter der nächſte hier in dieſer Verſammlung; im Rath⸗ ertheilen ſeid Ihr mir vielleicht voran. Gern will ich Euch folgen!“ 3
„Nein, Vater“, antwortete Holoduk warm,„beſſern Rath weiß ich nicht, wo es ſich um Worte handelt. Aber


