Teil eines Werkes 
1. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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„Es iſt ſo!“ nahm der alte Nechodom das Wort.„Zu⸗ fällig hat der Herr von Slawata den Aufenthalt unſers Freundes Wolodna hier im Erzgebirge erfahren und daß er als Forſtmann im Dienſt des Herrn Erzbiſchofs iſt. Slawata, ſo ſcheint es, hat ſich mit dieſem verſtändigt und ſie gebrauchen jetzt die Verſagung der Erlaubniß zur Heirath als ein erſtes Mittel, unſere Glaubensbrüder und mich ſelbſt zu bedrängen. Allein nicht unſere eigenen Sachen, wie ſchwer ſie auf uns laſten, dürfen wir hier verhandeln, ſon⸗ dern die Sache aller unſerer Brüder. Ich bleibe bei mei⸗ nem Vorſchlag. Es müſſen noch einmal Abgeordnete nach Prag geſendet werden, aber zu einem unſerer Defenſoren.“

„Ich ſtimme dem bei“, meinte Chlodzek und ſah ſich im Kreiſe um; Niemand widerſprach.

„Ich will dem nicht entgegen ſein“, nahm Holoduk wie⸗ der das Wort.„Allein ich bleibe dabei, es wird uns nichts helfen. Bedenkt nur, wie es zu Neu⸗Straſchitz ergangen iſt; ſo wird es auch uns ergehen!“

„Was iſt zu Neu⸗Straſchitz vorgegangen? Das iſt mir nicht bekannt geworden“, fragte Nechodom.

„Es war vor drei Jahren“, ſagte der Pfarrer,„als Ihr ſo ſchwer krank laget, lieber Vater!“

„Ja, in den ſechs Monaten mag Manches geſchehen ſein, was ich nicht erfahren habe! Könnt Ihr mir's in kurzem mittheilen?“

„O ja, ich kenne die Sache actenmäßig“, nahm Herbeck das Wort;„Neu⸗Straſchitz gehört zu Schloß und Amt Bürglitz, und Bürglitz iſt, wie Ihr wißt, ein landesherr⸗ liches Amt. Darum hatte der Erzbiſchof Lohelius die Aufſicht über die Kirche. In Straſchitz nun hatten die Einwohner einen Pfarrer, David Kochan, der von dem utraquiſti⸗ ſchen Unterconſiſtorium ordnungsmäßig eingeſetzt und

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