Teil eines Werkes 
1. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

13

Selander von Proſſowitz beſchwert haben, gerade ſo wie zuvor unſern Abgeordneten. Sie liegen im Weißen Thurm...“

„Daß dich!“ fuhr Holoduk heftig auf.„Iſt das ge⸗ wiß, Wolodna?“

„Ein zuverläſſiger, hochehrenwerther Mann aus Prag, den ich geſtern in Teplitz geſprochen, Herr Martin Früh⸗ wein, hat es mir für gewiß erzählt!“

„Martin Frühwein, der gelehrte Rechtsbeiſtand unſerer Stände? Der kann nichts Falſches darüber ausſagen“, bemerkte Nechodom kummervoll.

„Man ſollte mit Streitkolben und Schwertern drein⸗ ſchlagen“, rief Holoduk ereifert.

„Nein, ernſt und feſt, aber friedlich müſſen wir ver⸗ fahren“, entgegnete Nechodom.„Wehe Dem, der das Schwert zieht! Er ſoll durch das Schwert umkommen!“

„Wenn mich aber Einer drängt, daß ich mich meiner Haut wehren muß?“ fragte der kriegeriſche Holoduk mit finſtern Falten auf der Stirn.„Soll ich da mein Schwert auch nicht ziehen? Hätte ich's etwa auch nicht gegen die Türken brauchen ſollen? Und dieſe Papiſten ſind ärgere Heiden als der Türke ſelber!“

„Gegen uns, gewiß!“ pflichtete finſterblickend auch Wo⸗ lodna bei.

„Lieben Brüder“, bat Nechodom ſanft,„laſſet euch nicht durch euren Eifer hinreißen! Daß wir unſer Recht ja nicht ſelbſt zum Unrecht machen!“

„Wir gehen von der Sache ab, Freunde!“ ſagte Chlod⸗ zek.„Macht Ihr den Anfang, Vater Nechodom, was iſt Euer Rath? Welchen Schritt haltet Ihr für den zweck⸗ mäßigſten, daß uns unſere Kirche ſobald als möglich wieder geöffnet werde? Daß wir das Weihnachtsfeſt feiern können am Altare des Herrn?“