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Johann Lohelius von Prag unſere Kirche geſchloſſen hat! Solange ſind unſere gottesdienſtlichen Verſammlungen ſo gut als unterbrochen geweſen; denn nur in den Häuſern unſerer Gemeindemitglieder konnten wir zur Andacht zu⸗ ſammenkommen, ſodaß immer nur eine geringe Zahl der Glaubensbrüder daran theilnehmen konnte!“
„Aller der andern Gewaltſamkeiten nicht zu gedenken“, fuhr der alte Holoduk zürnend auf,„die der Herr Erzbiſchof Johann Lohelius uns zugefügt! Keine Taufe, kein Be⸗ gräbniß, kein Ehebündniß ohne gewaltſame Hinderung!“
„Wohl!l wohl!“ ſprach Nechodom, das Haupt wehmüthig ſchüttelnd. Denn ſein eigener Sohn Xaver konnte die Er⸗ laubniß zu ſeiner Heirath mit Wolodna's Tochter Thereſe nicht erlangen. Und der fromme Sinn jener Zeit wagte nicht einen Bund zu ſchließen, ohne die öffentliche kirchliche Weihe deſſelben.
„Laſſet uns erſt bei der einen Hauptſache bleiben, lieber Freund Holoduk“, wandte der Pfarrer ſich zu dieſem;„haben wir unſere Kirche zurück, ſo werden wir auch die andern Beſchwerden erledigen können!“
„Wie ſoll es aber möglich werden“, rief Holoduk,„da ſie jegliche Gewaltthat wider uns üben? Haben ſie nicht unſere nach Prag geſandten Brüder ins Gefängniß gewor⸗ fen! Habe ich nicht ſelbſt drei Monate im Weißen Thurm auf dem Hradſchin gelegen, bis unſere Glaubensbeſchützer, und der edle Graf Thurn zumal, uns die Freiheit wieder verſchafften?“
„Auf unſere Glaubensdefenſoren müſſen wir haupt⸗ ſächlich zählen“, ſagte Nechodom.
„Wenn ſie nur Macht genug hätten!“ wandte Wolodna ein;„aber jetzt geht es den Abgeordneten von Braunau, die ſich zu Prag über die Schließung ihrer Kirche durch den Abt


