Teil eines Werkes 
1. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Zweites Capitel.

In dem geräumigen Berathungszimmer waren die zwölf

Aelteſten der Gemeinde Kloſtergrabs bereits verſammelt und hatten auf den in einem Halbkreis aufgeſtellten Seſſeln ihre Plätze eingenommen. Als der Greis Nechodom an Chlod⸗ zel's Seite eintrat, erhoben ſie ſich Alle ehrfurchtsvoll und reichten ihm begrüßend die Hand. Sie führten ihn auf den Ehrenplatz in der Mitte.

„Unſer theurer, verehrter Glaubensbruder“, ſagte der Pfarrer,„hat trotz ſeiner hohen Jahre den weiten Weg nicht geſcheut, um uns mit ſeinem Rathe beizuſtehen in dem ernſten Werk, das wir vorhaben. Unſer Dank und der Segen Gottes mögen ihn belohnen!“

„Meine lieben Freunde und Glaubensbrüder“, antwor⸗ tete Nechodom mit ſeiner tiefen, edelklingenden Stimme, „mein Rath wird euch eine ſchwache Hülfe ſein! Der Bei⸗ ſtand Gottes iſt es, auf den wir allein hoffen können!“ Er erhob das ehrwürdige Haupt mit einem vertrauensvollen Blick zum Himmel.„Er wird uns nicht fehlen, denn un⸗ ſere Sache iſt fromm und gerecht!“

Alle ſetzten ſich nieder. Der Pfarrer als Führer der Berathung nahm ſeinen Platz hinter einem Tiſch, der in der Mitte ſtand. Den Sitz neben ihm hatte der Schrift⸗ führer der Gemeinde, zugleich Rathſchreiber, Johann Herbeck; er war der ſicherſte Beirath der Verſammlung als ſicherer Geſetzkundiger.

„Ueber drei traurige Jahre haben wir nun verlebt“, hub der Pfarrer Chlodzek an,„ſeit der Herr Erzbiſchof