ſorgſam den ſchwerfälligen Schritt der Stiere. Der Wind kam den Reiſenden jetzt gerade entgegen und faßte ſie ſcharf, ſodaß ſie ſich immer dichter einhüllten. Ein Geſpräch knüpfte ſich nicht weiter an. Jeder war mit ſeinen eigenen Ge⸗ danken beſchäftigt. Als jetzt die Straße ebener wurde, ſchwang ſich Taver wieder auf ſeinen Sitz und der Wagen bewegte ſich zwar immer ſehr langſam, doch wenigſtens etwas raſcher und gleichmäßiger vorwärts.
„Da iſt unſere Kirche“, bemerkte Wolodna nach einiger Zeit, als ein Thurm zur Rechten der Bergſchlucht, in der der Flecken lag, über dem waldbedeckten Hügelrand, der vom hohen Gebirge in die Ebene auslief, ſichtbar wurde.
„Unſere Kirche“, wiederholte der Greis mit ernſtem Ton,„wäre ſie erſt wieder die unſrige!“
„Gerade ſeit drei Jahren iſt ſie uns nun geſperrt“, ſagte Wolodna bitter.„Wir, die wir nicht im Orte woh⸗ nen, empfinden es noch nicht ſo ſchwer, da wir ſchon ſonſt unſere Andacht faſt immer bei Euch hielten, Vater Necho⸗ dom. Aber unſere Brüder hier!..“
„Gott gebe denn ſeinen Segen zu unſerm Vorhaben!“ ſprach der Greis.
Alle ſchwiegen wiederum.
Nach einer kleinen Viertelſtunde erreichten ſie die erſten Häuſer des Fleckens, und bald darauf fuhren ſie hart an der Kirche vorüber, von der ſie geſprochen hatten.
Die Gemeinde der Utraquiſten zu Kloſtergrab, wie die Anhänger der Lehren des Märtyrer Huß genannt wurden, da ſie das Abendmahl in beiderlei Geſtalt nahmen, hatten ſich dieſe Kirche vor ſieben Jahren erbaut, weil ſie ſich durch den kurz zuvor, im Jahre 1609, vom Kaiſer Rudolf II. erlaſſenen Majeſtätsbrief, durch welchen dieſer als böhmi⸗ ſcher König allen chriſtlichen Glaubensbekenntniſſen in Böh⸗


