Teil eines Werkes 
1. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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XVI

Phantaſiegebilde bleibt, deſſen fürchterliches Hereindrohen

zwar die geiſtigen Schauer noch erhöht, doch die unduld⸗ bare Gräßlichkeit des Wirklichen vermeidet.

Zu allen Zeiten ſchwebt geiſtige Reinheit und Er⸗ hebung Einzelner, wie ſich in der ganzen Weltgeſchichte nachweiſen läßt, geläutert über den rohen Zuſtänden, in denen die Geſammtheit noch düſter gebunden liegt. Die Gleichzeitigkeit ſo weit entfernter Gegenſätze iſt ſtets im Menſchengeſchlecht vorhanden geweſen. Lange dauert es, bis, wenn dies überhaupt erreichbar iſt, veredelte Auf⸗

faſſung des Daſeins ſämmtliche Lebensſchichten durch⸗

dringt. Die untern liegen meiſt noch im tiefſten Dunkel, während die höhern im reinern Licht ſchimmern. So konnte ſich auch in dieſer finſtern, blutigen Zeit geiſtige Hoheit und Reinheit in einzelnen Geſtalten über jenen ruchlos verwilderten Boden der Menſchheit erheben, auf dem dieſe im Stumpfſinn hinbrütet oder in aufgeſtachelter Begierde raſt..

Dies hoffe ich, gibt mir die volle Berechtigung zu dem Verſuche, einige Charaktere anzulegen, die im Adel hoher Geſinnung oder in reiner Gemüthsentfaltung ver⸗ klärt über dem dunkeln Grunde hinſchweben. Hat doch die Geſchichte, die Wirklichkeit ſelbſt in dieſem Gemälde eine Reihe unerreicht hoher Geſtalten vor uns hinge⸗ ſtellt und trägt ſie durch ihren erhabenen Aufſchwung zu Gipfeln empor, über welche kein dichteriſcher Flug ſie hinaushebt!

Möge es die Leſer mit tiefſter Ehrfurcht erfüllen, daß das Werk ihnen in dieſen Bildniſſe hinſtellt, ſo

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