Teil eines Werkes 
1. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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VIII

Es mußte indeſſen der erſte Meißel an den koloſſalen Felsblock des Stoffs geſetzt werden, um ihn aus der Formloſigkeit der Maſſe zur Geſtaltung abzugrenzen, wenn auch anfänglich in noch ſo rohen Umriſſen.

Ich überſchaute den Krieg zuvörderſt in dem großen Gange ſeiner Entwickelungen, vom Entſtehen bis zum Ausgang, und ſuchte daraus die nothwendigen Abſchnitte für die Arbeit zu beſtimmen. Ich faßte die Hauptträger der Zeit ins Auge, um die wichtigſten Geſtalten für den Vordergrund meines Gemäldes herauszuheben und gegen⸗ einander zu gruppiren. Nachdem ich die größten Wende⸗ punkte der Thatſachen, an die ſich die Erfindung knüpfen ſollte, ausgewählt, füllte ich die Zwiſchenräume mit den unabweislichen Verbindungsereigniſſen, und verſuchte die Berührungspunkte feſtzuſtellen, die der geſchichtliche Gang mit dem der Dichtung haben mußte. Daraus aber ergab ſich bald ein Stoff von ſo gigantiſchem Maße, daß es unmöglich wurde, ihn in den Rahmen eines Bildes zu faſſen. Wie ich auch immer neu das Ganze vor mich hinſtellte, die Abtheilungen anders wählte, die Einſchnitte wechſeln ließ: jedes Beſtreben, aus der Ueberfülle der un⸗ abweisbaren Stoffmaſſe angemeſſene organiſche Geſtaltung zu erzeugen, ſcheiterte; es war unmöglich, eine Verſchmel⸗ zung der geſchichtlichen Thatſachen mit den künſtleriſchen Formen herzuſtellen. Die ungeheure Flut der welt⸗ geſchichtlichen Ereigniſſe ſprengte jeden Damm, jede Schranke, durch die ich ſie beherrſchen und mir unter⸗ werfen wollte. Einzelne Abſchnitte zwar boten ſich mit wirkungsvollſter Fügſamkeit dar; allein ich konnte mich