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nicht entſchließen, noch ſo ausgiebigen Theilen das Ganze zu opfern. Selbſt die Anzahl derjenigen her⸗ vorragenden Charaktere, die als die Führer der Zeit und ihrer gewaltigen Geſchicke hintreten, und die durchaus nicht unbeachtet bleiben durften, wuchs, trotz der ſtreng⸗ ſten Auswahl, ſo an, daß der nothwendigſte Raum zu ihrer Entwickelung bei weitem den, welchen ich künſt⸗ leriſch in Anſpruch nehmen durfte, überſtieg. So gerieth ich faſt auf den Punkt, meinen Plan als eine Unmög⸗ lichkeit für die Ausführung in dem Sinne, wie ich ſie verlangte, aufzugeben. Da bildete ſich mir eine andre Ueberzeugung. Nicht mit einem Werke, ſelbſt wenn ich das äußerſte zuläſſige Maß des Umfangs annahm, aber mit einer Reihe von Arbeiten ließ es ſich erreichen, den Rieſengang der Geſchichte auf ſo langem, furchtbarem Wege zu begleiten. Nur eine ſolche Folge von Arbeiten, deren jede für ſich einen Abſchluß haben muß und die doch durch das mächtige hiſtoriſche Band einen Zuſammen⸗ hang untereinander beſitzen, würde die Aufgabe löſen können. Was im Drama von älteſten Zeiten her ſich aus der Uebergewalt des Stoffs als berechtigte künſt⸗
leriſche Form herausgebildet hat, die Theilung, die Tri⸗ logie, oder wie in Shakſpeare's kühnem Schöpfungsgeiſte,
die fortlaufende Kette der Dichtungen, von denen jede einzelne organiſch ſelbſtändig iſt, und wo doch die Geſammtheit ein Ganzes des innerſten Zuſammenhanges herſtellt, ſollte dieſe Geſtaltung nicht auch ein vollgül⸗ tiges künſtleriſches Recht für den Roman haben? Ohne Zweifel. Sie iſt vielleicht nur deshalb noch nicht verſucht


