91 Arbeit den Engel Michael zeigte, wie er den Erz⸗Feind
beſiegte, ſtand auf dem Tiſche, und Jocoline und
Phobe warteten pflichtmaͤßig auf; der Erſtere hinter dem Stuhle des Sir Henry, die Zweite um ihre junge Gebieterin zu bedienen, beide aber um durch ihre Aufmerkſamkeit, den Mangel eines zahlreicheren Ge⸗ folges zu erſetzen.
„Es lebe König Karl!“ ſagte der alte Ritter, indem er den maͤchtigen ſilbernen Humpen ſeiner Tochter darreichte;„trinke auf ſein Wohlergehn, meine Liebe, wenn es ſchon Rebellenbier iſt, das ſie uns zuruͤckließen. Ich will Dir zutrinken; denn der Toaſt wird das Getraͤnke entſchuldigen, haͤtte auch Noll es ſelbſt gebraut.“
Die junge Dame beruͤhrte den Becher mit ihren Lippen, und gab ihn ihrem Vater zuruͤck, der einen gewaltigen Schluck daraus trank.
„Ich will nicht ſagen, Gott ſegne ſie,“ ſagte der Ritter,„aber ich muß geſtehn, daß ſie gutes Bier trinken.“„Das iſt kein Wunder Herr, ſie kommen leicht zum Malz, und brauchen ihn nicht zu ſparen,“ ſagte Jocolin.
„Meinſt Du?“ ſagte der Ritter;„und, Du
ſollſt auch des Scherzes wegen den Humpen leeren.“ Deer Diener zoͤgerte nicht, auf das koͤnigliche Wohl⸗ ſevyn den Becher zu leeren. Er verbeugte ſich, ſtellte
den Humpen wieder hin und ſorach, indem er einen
triumphirenden Blick auf das Bildwerk warf:„Ich habe eben mit dieſem Rothrock einen Streit wegen des heiligen Michaels gehabt.“
„Nothrock— ha! wo iſt ein Rothrock?“ ſagte der heft ge Greis.„Streift noch einer von den Schur⸗
ken um Woodſtock herum?— Wirf ihn augenblicklich
die Treppe hinab, Jocoline.— Kennſt Du den Gal⸗
genſtrick nicht?“ 4 „Um Verzeihung, er hat hier Auftraͤge zu erfuͤl⸗
len, und wird ſchleunig abreiſen.— Es iſt der—


