28. worauf das ehrenwerthe Parlamentsglied heute Nacht geruht hatte.
„Iſt das Chaucer?“ ſagte er, indem er den Band ergreifen wollte,—„ich moͤchte doch gern die Stelle nachſchlagen,“—
„Chaucer,“ ſagte Bletſon, der ſchnell vorgriff; „nein, es iſt Lucretius, mein Liebling Lucretius. Aber
ich kann ihn Ihnen nicht zeigen,— ich habe einige
Randgloſſen dazu gemacht.“ Unterdeſſen hatte Everard das Buch in die Hand genommen.„Lucretius“ ſagte er,„nein, Herr Blet⸗
ſon, das iſt der Lucretius nicht, ſondern ein paſſen⸗
derer Gefährde in Noth und Gefahr— aber warum ſchaͤmen Sie ſich daruͤber? Bletſon, wenn Sie ſtatt auf Ihrer Meinung zu beſtehen, nur das Ankerthau
Ihres Herzens auf dieſes Buch fallen ließen, ſo wuͤrde
es Ihnen nuͤtzlicher ſeyn, als Lucretius oder Chaucer.“
„Was iſt denn das fuͤr ein Buch,“ ſagte Blet⸗ ſon, deſſen bleiche Wangen vor Schaam erroͤthete, daß er entdeckt wurde.„Ach die Bibel!“ rief er aus, indem er ſie veraͤchtlich wegwarf—„das Buch gehoͤrt gewiß meinem Diener Gibeon— dieſe Juden ſind doch immer ſo aberglaͤubiſch geweſen.— Schon ſeit Juvenals Zeiten erinnern ſie ſich des Verſes:
Qualiacunque voles Judaei somnia vendunt.
Er ließ mir gewiß das Buch als einen Zauber zuruͤck, denn er iſt ein gutartiger Thor.“
„Der wuͤrde doch wohl kaum das neue Teſta⸗
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